Master-Dossier · Akte 36 · QNT
Quant
Stand der Recherche: · alle Zahlen mit Quellenangabe im Text
Rubrik · Einfache Sprache
Einfach erklärt: Quant (Quant Network) (QNT) in einfacher Sprache
Dieser Abschnitt fasst die Analyse in einfacher Sprache zusammen. Kurze Sätze, keine Fachwörter. Die genauen Zahlen und Belege stehen in den Kapiteln darunter.
- Quant ist eine kleine Software-Firma aus London. Sie baut Technik, die verschiedene Blockchains verbindet — die Netzwerke hinter Kryptowährungen. Das Produkt heißt „Overledger“. Dazu verkauft die Firma einen Coin namens QNT.
- Das Gute: Hinter dem Coin steht eine echte Firma. Sie macht Gewinn. Prüfer haben ihre Zahlen kontrolliert.
- Der Coin hat keine bösen Fallen im Programm-Code. Man kann ihn frei handeln. Die Firma hat zwei Patente. Ihre Technik läuft und wird getestet.
- Das Schlechte: Der Coin ist kein Firmen-Anteil. Wer QNT hält, besitzt nichts von der Firma. Keine Stimme, kein Gewinn.
- Trotzdem ist der Coin sehr teuer. Alle Coins zusammen kosten 45- bis 60-mal den Jahres-Umsatz der Firma.
- Die Firma nennt in ihren Zahlen keinen einzigen Kunden. Fast der ganze Umsatz kam aus der eigenen Firmen-Gruppe.
- Die Firma wirbt mit großen Partnern. Zum Beispiel mit einer Zentralbank. Wir konnten keine dieser Verbindungen bestätigen.
- Es gibt mehr Coins, als die Portale zeigen. Der größte Halter ist der Coin selbst. Wo die vielen Coins liegen, bleibt unklar.
- Der Handel ist dünn. Der Preis liegt rund 85 Prozent unter dem Höchststand. Es gibt Zeichen für künstlich aufgeblähte Handels-Zahlen.
- Die wahren Besitzer bleiben versteckt. Die Spur endet auf Jersey und den Cayman-Inseln.
- Unser Urteil: Die Ampel steht auf Rot. Die Firma ist echt. Aber der Coin hängt lose daneben. Sein Nutzen und sein Preis sind nicht belegt.
- In Deutschland kann man QNT bei Bitpanda und Kraken kaufen.
- Wichtig: Das ist keine Anlage-Beratung. Krypto ist sehr riskant. Man kann sein ganzes Geld verlieren.
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Redaktionelle Tiefenanalyse auf Basis eigener Primärquellen-Recherche (Blockchain-Abfragen, Register, Archive). Recherchestand: 21. Juli 2026. Wir prüfen nach und verkaufen nichts.
1. Steckbrief
| Merkmal | Angabe (Stand jeweils in Klammern) |
|---|---|
| Name | Quant (Quant Network) |
| Ticker | QNT |
| Emittent/Betreiber | Operativ: Quant Network Ltd, London, Companies-House-Nr. 09798383 (gegründet 28.09.2015 als „REMITT LTD", umbenannt 02.06.2017). Mutter/Holding: Quant Group Corporation Ltd (Nr. 12299977). Oberste Konzernmutter: Quant Holdings Ltd, Cayman Islands. Gründer & alleiniger Direktor der operativen Firma: Gilbert Verdian (brit., geb. Jan. 1978). (Stand 22.07.2026) [Q6][Q8][Q10] |
| Produktkern | „Overledger" — eine Interoperabilitäts-/API-Schicht („Blockchain-Betriebssystem"), 2026 neu gebaut um einen „Fusion Rollup"; zweites Produkt „Quant Flow" (programmierbare Zahlungen, Sprache „Payscript"). Kerncode ist Closed Source. (Stand 21.07.2026) [Q19][Q26] |
| Chains | Ethereum (nativ, ERC-20 — der einzige on-chain verifizierte Vertrag). Eine „Energi"-Variante ist nur ein CoinGecko-Aggregator-Eintrag, nicht on-chain gegengeprüft (belastbarkeit niedrig). (Stand 21.07.2026) [Q1][Q4] |
| Contract-Adressen | Ethereum: 0x4a220e6096b25eadb88358cb44068a3248254675 (verifiziert via Etherscan + Ethplorer; Symbol QNT, 18 Dezimalstellen). Energi (nur Aggregator-Angabe, ungeprüft): 0x462b35452e552a66b519ecf70aedb1835d434965. (Stand 21.07.2026) [Q1][Q2] |
| Website | quant.network (von CoinGecko/Ethplorer als offizielle Seite bestätigt; per Abruf Cloudflare-geschützt/403, nicht direkt einsehbar). (Stand 21.07.2026) [Q4] |
| Preis | ≈ 64,5 US-Dollar (CoinGecko 64,49 USD, CoinMarketCap 64,71 USD, Ethplorer-On-chain-Feed 64,61 USD); ≈ 56,5 Euro (Kraken 56,53 €). (Stand 21.07.2026) [Q4][Q5][Q41] |
| Market Cap | ≈ 781 Mio. USD (CoinMarketCap) bis ≈ 938 Mio. USD (CoinGecko); ≈ 681–820 Mio. Euro. Differenz allein durch unterschiedliche Umlaufmengen-Annahme der Aggregatoren. (Stand 21.07.2026) [Q4][Q5] |
| FDV | ≈ 942 Mio. USD (CoinGecko, auf Basis 14,61 Mio.) bis ≈ 963 Mio. USD (CoinMarketCap). On-chain auf volle Menge gerechnet ≈ 2,95 Mrd. USD. (Stand 21.07.2026) [Q4][Q1] |
| Supply | On-chain-Gesamtangebot: 45.467.000 QNT (Etherscan + Ethplorer). Aggregator-„Umlauf": 12,07 Mio. (CoinMarketCap) bis 14,54 Mio. (CoinGecko). Halter: ≈ 168.050. (Stand 21.07.2026) [Q1][Q2][Q5] |
| Rang | #64 nach Marktkapitalisierung (CoinGecko und CoinMarketCap). (Stand 21.07.2026) [Q4][Q5] |
| EU-Status | Handelbar bei EU-regulierten Anbietern (u. a. Bitpanda, Kraken); kein MiCA-bedingtes Delisting gefunden. Ob ein MiCA-Whitepaper im ESMA-Register existiert, ließ sich nicht klären (siehe Kapitel 12). (Stand 21.07.2026) [Q41][Q42] |
Unsere Einordnung in einem Satz
Wer heute Quant (Quant Network) kauft, verlässt sich auf die prestigeträchtigen Verbindungen zu Bank of England, BIS-Projekt Rosalind, Oracle und Nexi, die wir aus Primär- und Partnerquellen trotz Suche nicht bestätigen konnten. Dahinter steht zwar eine reale, zuletzt profitable Firma mit geprüftem Abschluss (11,52 Mio. GBP Umsatz, 1,55 Mio. GBP Gewinn) — doch der Token ist rechtlich kein Firmenanteil und dennoch mit dem 45- bis 60-Fachen des Jahresumsatzes bewertet. Der Abschluss nennt keinen einzigen Kunden, der Umsatz stammte historisch zu rund 95 Prozent aus konzerninternen Lizenzen einer nahestehenden Partei, und die Eigentümerkette endet in einem Jersey-Trust und einer Cayman-Mutter. On-chain existieren 45,47 Mio. QNT statt der zitierten 14,6 Mio., der größte Einzelhalter ist der Token-Vertrag selbst, und das dünne Volumen trägt Wash-Trading-Signale. Damit sich dieses Bild dreht, müssten die realen Kunden hinter dem Umsatz und ein belegter Nutzen des Tokens öffentlich und unabhängig nachgewiesen sein — bislang sind sie es nicht. Die Entscheidung liegt bei Dir.
2. Das Wichtigste in Kürze
Quant Network ist ein seltener Fall im Krypto-Sektor: eine kleine, tatsächlich profitable Softwarefirma, deren Token in keinem erkennbaren rechtlichen oder wirtschaftlichen Verhältnis zu dieser Firma steht. Der geprüfte Jahresabschluss zum 30.09.2025 weist 11,52 Mio. GBP Umsatz, 1,55 Mio. GBP Jahresüberschuss und nur 4,65 Mio. GBP Eigenkapital (Definition: das der Firma selbst gehörende Vermögen, also Vermögenswerte minus Schulden) aus — dem steht eine Token-Marktkapitalisierung (Definition: aktueller Kurs multipliziert mit der angesetzten Umlaufmenge) von rund 781 bis 938 Mio. US-Dollar gegenüber, grob das 45- bis 60-Fache des Jahresumsatzes [Q4][Q5]. Der QNT-Token ist dabei rechtlich kein Firmenanteil: Wer QNT hält, besitzt weder Aktien noch Stimmrecht noch einen Anspruch auf Gewinn oder Vermögen von Quant Network Ltd (Token vs. Eigenkapital — Definition: ein Aktienanteil verbrieft Miteigentum an einer Firma, ein Krypto-Token wie QNT ist rechtlich meist kein solcher Anteil; Firmenwert und Tokenwert sind getrennt).
Die zweite unbequeme Wahrheit betrifft das Angebot: On-chain existieren nachweislich 45.467.000 QNT, nicht die überall zitierten 14,6 Mio. — diese kleinere Zahl ist eine Konvention der Datenportale, kein Vertragswert [Q1][Q2]. Der mit Abstand größte einzelne Halter ist der Token-Vertrag selbst mit 21,01 Prozent (9.550.880 QNT) [Q3]. Rund 68 Prozent des Gesamtangebots gelten als nicht zirkulierend, deren Verbleib über den Vertragsanteil hinaus ist on-chain nicht durchgängig beschriftet. Der oft vermarktete „Burn" von 2018 lässt sich on-chain nicht als echte Vernichtung nachweisen; ein Vesting-Plan (Definition: Zeitplan, der festlegt, wann anfangs gesperrte Team-/Investoren-Token freigeschaltet werden) für Insider-Token wurde nie veröffentlicht [Q45].
Beim Produkt trennen wir belegt von behauptet. Belegt ist: Die Overledger/Fusion-Infrastruktur läuft technisch (ein Health-Endpoint antwortet mit Version 1.0.0), es gibt ein aktives Testnetz, zwei erteilte Patente und eine reale Standardisierungs-Rolle des Gründers in der ISO/TC 307 [Q25][Q35][Q34]. Nicht belegt oder ausdrücklich widerlegt sind hingegen die prestigeträchtigsten Verkaufsargumente: Die viel zitierten Verbindungen zu Bank of England, BIS-Projekt Rosalind, Oracle und SIA/Nexi konnten wir aus Primär- und Partnerquellen nicht bestätigen; der geprüfte Abschluss nennt keinen einzigen Kunden und warnt selbst vor Abhängigkeit von „a small number of client relationships" [Q28][Q7]. Prior-year-Abschlüsse zeigen zudem, dass der Umsatz historisch zu rund 95–100 Prozent aus konzerninternen Lizenzgebühren einer nahestehenden Partei (Quant AG) stammte, nicht aus nachweisbarer Drittkundschaft [Q7][Q13]. QNT wird im Lizenzmodell gehalten und gesperrt, nicht verbraucht oder verbrannt — der Firmenumsatz fließt in Fiat (GBP), der Token taucht in den geprüften Zahlen überhaupt nicht auf. Der Token notiert rund 85 Prozent unter seinem Allzeithoch von September 2021, das Handelsvolumen ist auffällig dünn und die Volumenverteilung trägt Wash-Trading-Warnsignale. Unter dem Strich: ein solides kleines Software-Unternehmen mit einem hochbewerteten Token, dessen operativer Nutzen und dessen Eigentümerstruktur (eine Kette bis zu einem Jersey-Trust und einer Cayman-Mutter) für Außenstehende weitgehend im Dunkeln bleiben.
3. Was ist Quant (Quant Network)? Technik und Produkt verständlich erklärt
Quant vermarktet sich seit Jahren als „Blockchain-Betriebssystem". Das Kernprodukt heißt Overledger (Definition: eine Software-/Schnittstellenschicht mit einheitlicher Programmier-Schnittstelle, über die Programme mit vielen verschiedenen Blockchains gleichzeitig sprechen können, ohne jede einzeln anzubinden). Der zugrunde liegende Zweck ist Interoperabilität (Definition: die Fähigkeit sonst getrennter Blockchains, Daten oder Werte auszutauschen — wie verschiedene Handynetze, die trotz eigener Technik zusammenarbeiten). QNT selbst ist dabei technisch unspektakulär: ein ERC-20-Token (Definition: der technische Standard für austauschbare Token auf der Ethereum-Blockchain — QNT ist also ein Eintrag in einem Ethereum-Vertrag, keine eigene Blockchain) [Q1].
Wichtig für das Verständnis: Das, was 2018 beworben wurde, ist nicht mehr das Produkt von 2026. Die ursprüngliche Overledger-Version war eine REST-API (Definition: eine besonders verbreitete, einfache Art von Web-Schnittstelle, über die Programme per Web-Adresse Daten anfragen und senden), die Bitcoin, Ethereum, das XRP Ledger und Substrate anband. Das dazugehörige SDK (Definition: Software Development Kit, ein Baukasten aus fertigem Code für Entwickler) wurde am 20.12.2024 archiviert; das letzte Release stammt vom 31.03.2023 [Q15]. An seine Stelle tritt eine neu gebaute Plattform aus fünf Bausteinen [Q19]: das Gateway (Definition: der zentrale Eintrittspunkt, der Nutzer authentifiziert, Anfragen weiterleitet und Abläufe steuert); die Connectors (Definition: pro Blockchain-Familie zuständige Bausteine, die Anfragen an gesunde Knoten weiterleiten und Antworten vereinheitlichen); der Fusion Rollup als geteilte Ausführungsebene; Flow Apps (Definition: mehrstufige, zustandsbehaftete Arbeitsablauf-Anwendungen wie eine Zahlung oder ein Token-Tausch); und eine Firewall (Definition: eine Regel-/Richtlinienschicht, teils off-chain, teils als Smart Contract on-chain, die festlegt, wer welche Aktionen ausführen darf).
Herzstück ist der „Fusion Rollup". Ein Rollup ist eine Layer-2-Technik (Definition: eine Zusatzschicht auf einer Basis-Blockchain, die Transaktionen gebündelt und billiger abwickelt und die Ergebnisse zur Sicherheit auf die Basis-Blockchain zurückschreibt; Layer 1 ist die eigenständige Basis-Blockchain wie Ethereum). Konkret ist Fusion ein Optimistic Rollup (Definition: ein Rollup-Typ, der Transaktionen zunächst als gültig annimmt und nur bei Einspruch innerhalb einer Frist nachprüft) auf Basis des OP Stack (Definition: ein frei verfügbarer Software-Bausatz zum Bau eigener Optimistic-Rollup-Netze), EVM-kompatibel (Definition: kompatibel zur Ethereum Virtual Machine, sodass Ethereum-Programme ohne Umbau laufen) [Q20]. Quant bezeichnet ihn als „world's first multi-ledger rollup", weil er an mehrere Layer-1-Ketten gleichzeitig ankern soll. Dieser Superlativ stammt aus der eigenen Doku (Marketing-Sprache) und ist nicht unabhängig verifizierbar.
Der Live-Status ist gespalten und ehrlich zu benennen. Belegt läuft die Gateway-Runtime: Der Health-Endpoint (Definition: eine technische Adresse, die nur meldet, ob ein Dienst läuft) fusion-rollup.quant.dev/health antwortete am 21./22.07.2026 mit {"status":"ok","runtimeVersion":"1.0.0"} [Q25]. Ein Testnet (Definition: eine Übungs-Blockchain mit wertlosen Test-Token; das echte, produktive Netz heißt Mainnet) mit der Chain ID (Definition: eindeutige Nummer zur Identifikation einer EVM-Blockchain) 73073 ist aktiv und mit Ethereum Sepolia, Polygon Amoy und einem geschlossenen Besu-Testnetz verbunden [Q20]. Das Mainnet ist laut Quants eigenem Changelog aber „currently in private access only"; produktive Base-URLs und die Mainnet-Chain-ID sind noch Platzhalter [Q24]. Es handelt sich also faktisch um einen geschlossenen Pre-Launch, nicht um ein offen nutzbares Netz. Ein zweites Produkt, Quant Flow, ist eine Sandbox für programmierbare Bank-Zahlungslogik mit der eigens definierten Sprache Payscript (Definition: eine Domain-Specific Language, also eine für einen engen Zweck maßgeschneiderte Programmiersprache, hier auf Basis von Groovy, einer Java-nahen Sprache) — bemerkenswerterweise enthält die öffentlich gepflegte Flow-/Payscript-Doku überhaupt keine Blockchain-Anbindung [Q26][Q17].
Der eigentliche Produktkern (laufendes Gateway, Rollup) ist Closed Source (Definition: der Quellcode ist nicht öffentlich einsehbar); das öffentliche GitHub der Firma enthält nur archivierte Alt-SDKs, Spezifikationen und Kursmaterial. Für Außenstehende ist die beworbene „multi-ledger"-Sicherheitsarchitektur damit technisch nicht prüfbar [Q14].
4. Tokenomics: Wem gehört der Token, was ist er wert(los)?
Die Tokenomics von QNT sind von einer großen Kluft zwischen On-Chain-Realität und der Darstellung auf den Datenportalen geprägt. On-chain — bestätigt durch den Etherscan-Header und die Ethplorer-API und ein drittes Mal durch den Audit-Bericht — beträgt das Total Supply (Definition: die insgesamt existierende Menge, wie sie der Smart Contract zurückgibt; Smart Contract = das Programm auf der Blockchain, das den Token verwaltet) 45.467.000 QNT bei 18 Dezimalstellen [Q1][Q2][Q30]. Ein Block-Explorer (Definition: öffentliches Nachschlagewerkzeug wie Etherscan oder Ethplorer, das Guthaben, Halterzahl und Contract-Details direkt aus der Kette liest — die härteste, weil fälschungssichere Primärquelle) ist hier die verlässlichste Quelle. Die überall genannten „14,6 Mio." sind dagegen eine Aggregator-Konvention (Aggregator — Definition: Datenportale wie CoinGecko oder CoinMarketCap, die Kennzahlen bündeln; ihre Supply-Zahlen sind manuell gesetzte Schätzungen, keine Vertragswerte).
Bemerkenswert: Die beiden großen Aggregatoren widersprechen sich sogar untereinander. CoinGecko setzt Umlauf 14,544 Mio. / Total & Max 14,612 Mio. an, CoinMarketCap Umlauf 12,07 Mio. / Total & Max 14,881 Mio. (Circulating Supply — Definition: der als frei handelbar geltende Teil; Max Supply — Definition: die obere Grenze, wie viele Token je existieren können) [Q4][Q5]. Keiner dieser drei Werte stimmt mit einem anderen oder mit der On-Chain-Menge überein. Für Anleger heißt das: sowohl die Umlaufmenge als auch die „Marktkapitalisierung" hängen an einer Setzung, nicht an einer geprüften Zahl. Rechnet man den aktuellen Preis gegen das volle On-Chain-Angebot, ergibt sich eine „Onchain Market Cap" von rund 2,95 Mrd. USD statt der ausgewiesenen 780 bis 945 Mio. USD [Q1]. Die Differenz entspricht einem Angebots-Überhang (Definition: eine große Menge noch nicht am Markt zirkulierender Token, die jederzeit verkauft werden könnte und ein Preisrisiko darstellt) von rund 31 Mio. QNT.
Wem gehört der Token? Der größte einzelne Halter ist der Token-Vertrag selbst mit 9.550.880 QNT = 21,01 Prozent [Q3]. Ob diese Menge dauerhaft gebunden, verloren oder für Quant verfügbar ist, geht aus keiner Primärquelle hervor — ein Standard-ERC-20 hat keine erkennbare Auszahlungsfunktion für die eigene Balance, aber die Rechtslage/Kontrolle bleibt intransparent. Nach unserer eigenen Prüfung und dem eingearbeiteten Faktencheck kontrollieren die Top-10-Halter zusammen 28,77 Prozent (nicht die andernorts genannten 29,77 Prozent — das beruhte auf einem Additionsfehler von genau einem Prozentpunkt) [Q3]. Klammert man den Vertrags-Selbstbestand aus, ist die Streuung sogar vergleichsweise breit: Die Positionen 2 bis 11 halten zusammen nur rund 8,3 Prozent, die Top-50 ohne Vertrag rund 16 Prozent. Nur eine einzige Top-Wallet ist als Börse beschriftet (eine Binance-Cold-Wallet — Cold Wallet, Definition: eine offline verwahrte Börsen-Adresse mit großen Beständen — mit 0,66 Prozent); die Plätze 2 bis 4 sind drei fast gleich große, unbeschriftete Wallets mit je rund 620.000 QNT (je rund 40 Mio. USD), deren nahezu identische Größe einen gemeinsamen Ursprung nahelegt, on-chain aber nicht belegbar ist [Q3].
Der Nutzen (Utility) des Tokens (Utility-Token — Definition: ein Token, der einen Nutzen innerhalb eines Produkts haben soll, statt ein Firmenanteil zu sein) ist der wunde Punkt. Laut Token-Design werden Overledger-Lizenzgebühren „in QNT" bezahlt, und gekaufte Token werden für 12 Monate gesperrt (Lock-up — Definition: ein Zeitraum, in dem Token nicht bewegt werden dürfen) [Q5][Q43]. Entscheidend ist aber: QNT wird gehalten und gesperrt, nicht verbraucht oder verbrannt (Burn — Definition: das dauerhafte Vernichten von Token, das die Gesamtmenge nachweisbar senkt). Der viel zitierte „Burn" vom 14.09.2018 lässt sich on-chain nicht nachvollziehen — die offizielle Dead-Adresse hält nur 0,117 QNT, und das Total Supply wurde nie tatsächlich verringert [Q1]. Es handelte sich also um eine Umbuchung/Sperrung, keine ERC-20-Vernichtung. Im neuen Fusion-Stack taucht QNT nur noch als optionales Staking (Definition: das Sperren von Token, um Aufgaben abzusichern und Belohnungen zu erhalten) auf — „QNT sperren, um Rewards zu verdienen und höhere Kapazitätsstufen freizuschalten" — und selbst dieses Staking ist laut Doku noch nicht live [Q21]. QNT ist ausdrücklich nicht das Gas (Definition: die Gebühr für die Ausführung einer Transaktion; OP-Stack-Rollups nutzen üblicherweise ETH) des Rollups. Das frühere, tatsächlich QNT-verbrauchende Modell (ein Community Treasury mit Layer-2-Payment-Channels — Payment Channel, Definition: ein Verfahren, bei dem zwei Parteien viele Zahlungen untereinander abwickeln und nur das Endergebnis auf die Kette schreiben) wurde am 06.02.2026 archiviert und laut Quant „technically replaced by Quant Fusion" [Q16].
Zur Herkunft: Der öffentliche Verkauf beim ICO (Definition: Initial Coin Offering, der erstmalige öffentliche Token-Verkauf zur Kapitalbeschaffung; TGE = Token Generation Event, der Zeitpunkt der Token-Erzeugung) fand im April 2018 statt. Konsistent zitiert werden rund 9,9 Mio. verkaufte QNT zu 1,10 USD, also rund 11 Mio. USD [Q43][Q45]. Eine abweichende, schwächer belegte Darstellung (ICOdrops, belastbarkeit niedrig) führt vier Runden mit zusammen 26 Mio. USD und einem Public-Sale-Preis von 1,51 USD auf [Q46]. Beide Versionen halten wir hier fest; die exakten Zahlen bleiben strittig (siehe Kapitel 12). Von den 45,467 Mio. Token sind die Verkaufsanteile grob bezifferbar (rund 33 Prozent Pre-TGE, rund 22 Prozent Public Sale), die verbleibenden rund 45 Prozent (Team, Berater, Stiftung/Reserve) sind nirgends aufgeschlüsselt — und ein Vesting-/Unlock-Plan mit Terminen und Mengen ist ausdrücklich nicht veröffentlicht (CryptoRank: „no vesting schedule available"; Binance Research: „not disclosed") [Q45][Q43]. Für ein Projekt dieser Größe ist das eine gravierende Transparenzlücke: Es gibt keine prüfbare Zusage, dass Insider-Bestände je gesperrt waren, und keine datierten Termine, an denen Verkaufsdruck entstehen könnte.
5. On-Chain-Substanz: Was passiert wirklich auf der Blockchain?
On-chain betrachtet ist QNT ein reiner ERC-20-Token auf Ethereum — es gibt kein eigenes Protokoll, keine Chain, keine Apps und folglich keinen messbaren TVL (Definition: Total Value Locked, der Gesamtwert an Geldern, die in einem Blockchain-Protokoll hinterlegt sind — ein zentrales Nutzungsmaß für DeFi), keine On-Chain-Gebühren und keine On-Chain-Protokolleinnahmen. Quant/Overledger ist bei DefiLlama (Definition: ein weit verbreiteter unabhängiger Datendienst, der TVL, Gebühren und Einnahmen von Protokollen misst) gar nicht gelistet: Der Endpoint /protocol/quant liefert einen Fehler, und die vollständige Protokoll-Liste enthält keinen Eintrag „Quant" oder „Overledger" [Q37]. Der Grund ist strukturell und keine Schwäche im engeren Sinn: Overledger ist eine off-chain Enterprise-API, kein DeFi-Protokoll — es gibt schlicht keine gesperrten Gelder und keine on-chain abrechenbaren Gebühren zu messen.
Was on-chain sichtbar ist, ist Handel und Verwahrung, nicht Produktnutzung. Ethplorer zählt rund 3,2 Mio. Transfers historisch und rund 1.211 Transfers in 24 Stunden bei einem Tagesvolumen von rund 6,5 bis 8,6 Mio. USD [Q2][Q1]. Es gibt rund 168.050 Halter (Ethplorer 168.059 im Live-Abruf, Etherscan 168.053) — eine reale, aber für diese Marktkapitalisierung nur moderate Retail-Basis [Q2]. Diese Aktivität spiegelt Börsen- und Wallet-Bewegungen sowie Spekulation wider. Ein On-Chain-Verbrauch, Burn oder Staking-Sink (Definition: ein Mechanismus, der Token bindet oder vernichtet und so echte Nachfrage erzeugt) von QNT ließ sich nicht primär belegen: kein DefiLlama-Fees-Eintrag, kein öffentliches Staking-/Lock-/Burn-Contract auffindbar, und der Firmenumsatz ist laut geprüftem Abschluss zu 100 Prozent Fiat-Lizenzgebühr, in der QNT nicht vorkommt [Q37][Q7]. Eine Aussage über das Fehlen eines Sinks ist naturgemäß nur so stark wie die Suchtiefe — aber es fand sich kein Gegenbeleg.
Ein kleiner Datenpunkt zur Sorgfalt: Der Vertrag wurde laut Ethplorer-getAddressInfo am 6. April 2018 deployt (Ersteller-Adresse 0xf5e38bbedc78efea055e0c56035adb320e64c4bc), während Etherscan und mehrere Aggregatoren das Deployment auf Januar 2018 datieren [Q2][Q1]. Wir halten beide Angaben fest. On-chain verifiziert existiert QNT ausschließlich als ERC-20 auf Ethereum; die Energi-Listung ist nur eine Aggregator-Angabe und wurde nicht gegengeprüft.
6. Team, Firma, Finanzierung, Geschichte
Aus dem britischen Handelsregister Companies House (Definition: das offizielle britische Handelsregister; jede UK-Firma muss dort Gründung, Direktoren, Eigentümer und Jahresabschlüsse hinterlegen, kostenlos öffentlich einsehbar) ergibt sich ein Bild, das die verbreiteten Marketing-Erzählungen an mehreren Stellen korrigiert.
Die operative Quant Network Ltd (Nr. 09798383) wurde am 28.09.2015 gegründet — ursprünglich als „REMITT LTD", umbenannt erst am 02.06.2017 [Q6]. Der Ursprungsname deutet auf ein zunächst geplantes Überweisungs-/Remittance-Geschäft hin, nicht auf Blockchain-Interoperabilität. Sitz ist 20-22 Wenlock Road, London N1 7GU — eine bekannte Firmengründungs-/Virtualbüro-Adresse (Definition: eine von Dienstleistern angebotene offizielle Anschrift, die viele Firmen zugleich nutzen; sie belegt keinen eigenen Büroraum). Entgegen der reinen Ein-Mann-Erzählung gab es einen Mitgründer: Sassoon Grigorian (Australier), Co-Direktor ab Gründungstag, ausgeschieden am 26.05.2017. Als PSC (Definition: Person with Significant Control, im UK-Register die Person oder Firma, die eine Gesellschaft ab meist 25 Prozent der Anteile tatsächlich kontrolliert) hielt Grigorian bei Gründung 25 bis 50 Prozent — Quant war anfangs ein Zwei-Personen-Unternehmen [Q9]. Heute ist Gilbert Verdian (brit., geb. Jan. 1978) alleiniger amtierender Direktor der operativen Gesellschaft; ein Company Secretary fehlt [Q8]. Dass eine Firma mit rund 44 Mitarbeitern statutarisch an einer einzigen Person hängt, die zugleich mit 0,52 Mio. GBP die höchste Vergütung bezieht, ist ein strukturelles Schlüsselpersonen-Risiko.
Über der operativen Firma sitzt eine Holding (Definition: eine Dachgesellschaft, die Anteile an anderen Firmen hält, statt selbst operativ tätig zu sein): die Quant Group Corporation Ltd (Nr. 12299977), gegründet 06.11.2019 als „Quant Network Holdings Ltd", umbenannt am 18.06.2024, mit Sitz c/o Ogier Global (UK) Limited — der Adresse eines Offshore-Rechts-/Treuhanddienstleisters [Q10]. Die Kontrolle über die operative Firma ging am 30.03.2021 auf diese Holding über. Zeitgleich, am 22.03.2021, kamen zwei US-Direktoren ins Holding-Board: Guy Whitlock Lloyd Dietrich und Kornelis Smit — ein deutliches Signal für eine externe Investoren-/Board-Umstrukturierung [Q11]. Die oft behauptete Rockefeller-Verbindung lässt sich aus dem Register jedoch nicht belegen: Dietrichs UK-Direktorate umfassen nur Quant und einen Golfclub, keinen Bezug zu Rockefeller Capital Management. Diese Zuschreibung ist damit nicht unabhängig verifizierbar.
Besonders relevant für die Eigentumsfrage: Wirtschaftlich Berechtigter der Holding ist seit dem 01.04.2022 ein Jersey-Trust (Definition: ein rechtliches Konstrukt auf der Kanalinsel Jersey, bei dem ein Treuhänder Vermögen im Namen oft nicht öffentlich genannter Begünstigter hält — häufig genutzt, um die wirtschaftlichen Eigentümer zu verbergen). Konkret: „Ogier Global Trustee (Jersey) Limited As Trustee Of Goulding Trust", 75 Prozent oder mehr [Q12]. Verdian selbst war nur bis zu diesem Tag als PSC geführt. Die oberste Konzernmutter ist laut GJ2024-Anhang die Quant Holdings Ltd auf den Cayman Islands [Q13]. Die letztliche Eigentümerschaft — und damit die Kontrolle über die Token-Treasury (Definition: der zentrale Token-/Vermögensbestand des Projekts) — ist somit über eine Kette aus UK-Holding, Jersey-Trust und Cayman-Mutter verschleiert.
Der Finanzteil verdient Differenzierung. Der geprüfte Abschluss (geprüfter/auditierter Abschluss — Definition: von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer kontrolliert; im Gegensatz dazu bedeutet „Total exemption", dass eine kleine Firma von der Prüfpflicht befreit war und die Zahlen nur vom Management erstellt wurden) zum 30.09.2025 ist der erste geprüfte Abschluss der Firma überhaupt — alle sieben Vorjahre liefen ohne externe Prüfung [Q7]. Prüfer ist MAH Chartered Accountants. Die Kennzahlen: Umsatz 11,52 Mio. GBP (Vorjahr 10,70 Mio., +7,6 Prozent), Bruttomarge (Definition: der Anteil des Umsatzes, der nach Abzug der direkten Leistungskosten übrig bleibt) 84,8 Prozent, Gewinn vor Steuern (Definition: der Gewinn vor Abzug der Unternehmenssteuern) 1,92 Mio., Jahresüberschuss 1,55 Mio., Kasse 7,87 Mio., Eigenkapital 4,65 Mio., 44 Mitarbeiter. Auffällig: Der F&E-Aufwand (Definition: Forschung & Entwicklung, Ausgaben für neue Produkte/Technik) brach von 1,25 Mio. auf 0,45 Mio. GBP ein, und die Engineering-Mannschaft schrumpfte von 26 auf 24 — eine Verschiebung von Entwicklung hin zu Kommerzialisierung. Der Mehrjahres-Trend bestätigt das: Gesamtbelegschaft 47 (GJ2023) → 43 (GJ2024) → 44 (GJ2025), Engineering 33 → 26 → 24 [Q7][Q13].
Zwei wichtige Präzisierungen aus den Vorjahres-Filings, die das saubere „profitable Softwarefirma"-Bild einordnen: Erstens war der Umsatz historisch weit überwiegend konzernintern. Der GJ2020-Anhang sagt wörtlich, „100 % of the company's turnover ... is derived from licensing fees from Quant AG, a company under common control" (Related Party Transaction — Definition: ein Geschäft mit einem konzernverbundenen/kontrollierten Unternehmen); im GJ2024 stammten 10,17 Mio. GBP Lizenzgebühren von nahestehenden Parteien, rund 95 Prozent des Umsatzes [Q13][Q7]. Damit ist offen, wie viel des ausgewiesenen Umsatzes echte Drittnachfrage und wie viel konzerninterne Verrechnung ist. Der geprüfte GJ2025-Abschluss gibt zugleich an, „all revenue arose within the United Kingdom" — angesichts der Schweizer Quant AG als historischer Gegenpartei ist die Frage der Umsatzherkunft und Verrechnungspreise ausdrücklich ein offener Punkt (Kapitel 12). Zweitens war die Firma nicht immer profitabel: 2019 und 2020 wies sie negatives Eigenkapital aus (GJ2020: Netto-Verbindlichkeiten von 1,88 Mio. GBP), getrieben u. a. durch ein zinsloses Konzern-Darlehen der Quant AG [Q13]. Das Eigenkapital erholte sich danach: 0,80 Mio. (2023) → 3,03 Mio. (2024) → 4,65 Mio. GBP (2025). Verdians Track-Record umfasst mehrere inzwischen aufgelöste Firmen (u. a. Quant Holdings Ltd, Quant Sentry Ltd, Trudera Ltd) [Q8]. Als Governance-Randnotiz war die Bestätigungserklärung der Holding zum Abrufzeitpunkt überfällig [Q10].
Ein häufiger Aggregator-Fehler sei korrigiert: CoinMarketCap führt „Gilbert Verdian and Dr Paolo Tasca" als Gründer — im Register waren die Gründungsdirektoren aber Verdian und Grigorian; Paolo Tasca war nie Direktor der Quant Network Ltd. Diese Co-Gründer-Zuschreibung ist eine unbelegte Aggregator-Angabe [Q5].
7. Ökosystem und Partnerschaften: belegt vs. behauptet
Dies ist das Kapitel, in dem sich Marketing und Nachweisbarkeit am weitesten auseinanderbewegen. Wir trennen strikt.
Belegt (unabhängig oder halb-unabhängig): Quant ist Mitglied der Digital Pound Foundation (Definition: ein britischer Advocacy-Verband zum digitalen Pfund; Mitgliedschaft bedeutet keinen Auftrag der Bank of England) — der einzige unabhängig bestätigte Verbands-Bezug, ein Verband mit rund 40 Mitgliedern wie Ripple und Accenture [Q27]. Die Foundation selbst sagt, die Bank of England nehme nur beobachtend an Roundtables teil. Randnotiz: Verdian war zeitweise Direktor der „Digital Pound Foundation Limited" (Nr. 13470879), die inzwischen aufgelöst ist [Q8]. Bei INATBA (Definition: ein EU-naher Branchenverband für vertrauenswürdige Blockchain-Anwendungen) ist Quant Network Ltd nur in der kleinsten Kategorie „Micro" gelistet — ein bemerkenswerter Kontrast zur Enterprise-/Zentralbank-Positionierung [Q29]. Zwei alte, echte, aber nur als Test bestätigte Fälle: SIA (italienische Zahlungsinfrastruktur, heute Nexi) setzte Overledger 2020 in einem gemeinsam bestätigten Interoperabilitäts-Test zwischen R3 Corda und Enterprise-Ethereum ein (Proof of Concept — Definition: ein Machbarkeitsnachweis/Testlauf, kein produktiver Dauerbetrieb) [Q47]; und das von der Interamerikanischen Entwicklungsbank gestützte LACChain bestätigte eine Quant-Partnerschaft, wobei im IDB-Citi-PoC von 2021 Overledgers konkrete Rolle nicht beschrieben ist und Citi nichts bestätigt [Q48]. Auf der Standardisierungsseite ist die Substanz am solidesten: Quant trägt zu einem IETF-Entwurf bei (SAEP — Definition: Secure Asset Exchange Protocol, abgeleitet aus dem in Standardisierung befindlichen SATP; IETF = Standardisierungsorganisation des Internets), und Gründer Verdian ist auf iso.org nachweisbar als Convenor der Arbeitsgruppe ISO/TC 307/WG 7 „Interoperability" bis Ende 2027 geführt (ISO/TC 307 — Definition: das ISO-Fachkomitee, das weltweite Normen für Blockchain und verteilte Register erarbeitet) [Q18][Q34].
Behauptet, aber nicht aus Primär-/Partnerquellen bestätigt: die prestigeträchtigsten Referenzen. Der BIS-Rosalind-Bericht (Project Rosalind — ein CBDC-Experiment der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und der Bank of England; CBDC = Central Bank Digital Currency, digitales Zentralbankgeld) nennt ausdrücklich keine privaten Anbieter namentlich — er bestätigt also keine Quant-Beteiligung [Q28]. Eine direkte Auftrags-/Kundenbeziehung mit der Bank of England ließ sich nicht belegen; belegbar ist nur der Beobachterstatus über die Foundation. Die viel zitierte „Oracle-Partnerschaft" entpuppt sich in der auffindbaren Quelle als Redner-Auftritt bei einem „Oracle Roundtable", nicht als kommerzielle Partnerschaft [Q40]. Eine aktuelle Nexi-Produktivnutzung als Nachfolge des SIA-Tests fand sich nicht. Die kursierende Kennzahl, es seien „1,5 Billionen USD über Overledger verarbeitet worden", ist ohne Primärquelle und ohne Bestätigung der Quant-Führung — sie ist nicht unabhängig verifizierbar [Q53].
Der öffentliche Entwicklungs-Fußabdruck ist dünn und rückläufig. Die GitHub-Organisation zählt 14 Repositories (Definition: Repo = Projektordner für Code auf GitHub; Commit = gespeicherte Änderung; archiviert = auf nur-lesen gestellt), von denen die Mehrheit archiviert ist; der höchste Star-Wert (Definition: ein Star ist ein Interesse-Lesezeichen, ein grober Indikator für Entwickler-Aufmerksamkeit) über alle Repos ist 24 — für ein Projekt mit rund 900 Mio. USD Marktkapitalisierung bemerkenswert niedrig [Q14]. Aktive Repos sind vor allem Spezifikationen (Payscript, Stand 10.07.2026, mit nur 5 Commits). Unabhängige Fachpresse ist ebenfalls dünn und veraltet: Ledger Insights führt nur drei Quant-Artikel, alle aus 2020/2021; Cointelegraph brachte für 2024 bis 2026 keinen einzigen Partner-/Kunden-/Fusion-Artikel, nur Preisanalysen [Q49]. Und in der Wirtschafts-Tier-1-Presse (FT, Reuters, Bloomberg) sowie auf Wikipedia gibt es zu „Overledger"/„Quant Network" gar nichts — eine auf diese Domains eingeschränkte Suche lieferte null Treffer, ein Wikipedia-Artikel existiert nicht [Q40]. Akademisch wird Overledger nur sekundär erwähnt, vor allem im kanonischen Interoperabilitäts-Survey von Belchior et al. (2021, ACM Computing Surveys), der es als einen von mehreren „Blockchain-of-Blockchains"-Ansätzen einordnet; eine eigene peer-reviewte Publikation Verdians existiert nicht, das Overledger-Whitepaper ist selbstpubliziert [Q38][Q39].
8. Markt- und Hype-Historie
QNT ist ein klassischer Zyklus-2021-Coin. Das Allzeithoch (ATH — Definition: der höchste je erreichte Preis; ATL = Allzeittief) lag bei rund 425 bis 428 USD, erreicht exakt am 11.09.2021 — dem Höhepunkt des letzten Krypto-Bullenmarkts [Q4][Q5]. Heute notiert der Token rund 85 Prozent darunter und hat sich in fast fünf Jahren nie wieder dem Hoch genähert. Das Allzeittief lag bei 0,16 bis 0,22 USD im August 2018, kurz nach dem ICO — also deutlich unter dem ICO-Preis von 1,10 USD; der Token brach direkt nach der Emission ein, bevor die 2021er-Rallye kam [Q4]. Der ROI seit ICO (Definition: Return on Investment, die prozentuale Rendite gegenüber dem Einstiegspreis) liegt beim rund 58-Fachen, das ATH entsprach dem rund 385-Fachen des ICO-Preises [Q45].
Die 2021er-Rallye war die größte belegbare Hype-Welle, getragen vom allgemeinen Bullenmarkt plus Interoperabilitäts- und CBDC-Narrativ. Ein früher Baustein war der 2020 gemeldete SIA-Test, in der Community bis heute als „Bank-/Zahlungssystem-Partnerschaft" überhöht, obwohl es ein Pilot war [Q49]. Aktuell wird QNT vor allem über zwei Kanäle am Leben gehalten: erstens das „ISO-20022-Coin"-Narrativ (ISO 20022 — Definition: ein internationaler technischer Standard für den Datenaustausch bei Finanznachrichten, dessen Registration Authority SWIFT ist; es ist ein Messaging-Standard, kein Blockchain-Gütesiegel), das QNT mit XRP, XLM, HBAR, ALGO und XDC bündelt — eine Marketing-Etikette ohne technische Zertifizierung [Q57]; zweitens wiederkehrende spekulative Chartanalyse-Artikel („diese Altcoins könnten steigen") [Q49].
Zwei belastbare Warnsignale zur Marktqualität: Erstens ist das Handelsvolumen mit rund 5 bis 9 Mio. USD in 24 Stunden und einem Volumen/Marktkap.-Verhältnis (Definition: das Tagesvolumen geteilt durch die Marktkapitalisierung; ein niedriger Wert bedeutet, dass pro Tag nur ein kleiner Bruchteil den Besitzer wechselt) von nur rund 0,84 Prozent für einen fast 800-Mio.-Coin sehr dünn — ein Zeichen geringer Liquidität (Definition: wie leicht man kaufen/verkaufen kann, ohne den Preis stark zu bewegen). Zweitens zeigt die Börsenverteilung ein klassisches Wash-Trading-Muster (Wash Trading — Definition: vorgetäuschter Handel, bei dem dieselbe Partei quasi mit sich selbst handelt, um künstlich hohes Volumen vorzutäuschen). Drei kleinere Tier-2-Börsen (Definition: kleinere, weniger renommierte Handelsplattformen; Tier-1 sind Binance, Coinbase, Kraken) — BitDelta, Icrypex, BitMart — führen die Volumen-Rangliste mit zusammen rund 29 Prozent an, vor Binance (7,2 Prozent) und Coinbase (6,9 Prozent). Und das, obwohl ihre Spreads (Bid-Ask-Spread — Definition: die Differenz zwischen höchstem Kaufgebot und niedrigstem Verkaufsangebot; ein enger Spread bedeutet gesunde Liquidität) mit 0,22 bis 0,54 Prozent vier- bis neunmal breiter sind als bei den Top-Börsen (0,06 bis 0,09 Prozent) [Q4]. Hohes gemeldetes Volumen bei gleichzeitig breiten Spreads ist ein starkes Indiz für aufgeblähtes Volumen — ein forensischer Nachweis fehlt aber (Kapitel 12). Schließlich erhöht ein Namensvetter-Token (Definition: ein anderer, meist wertloser Token, der bewusst denselben Namen trägt) namens „Quant" auf Solana die Verwechslungsgefahr für unbedarfte Käufer [Q54].
9. Risiken und rote Flaggen
Bewertungs-/Fundamental-Diskrepanz. Das gravierendste Risiko ist die Entkopplung von Preis und Fundamentaldaten: rund 781 bis 938 Mio. USD Token-Marktkapitalisierung gegen 11,52 Mio. GBP Umsatz und 4,65 Mio. GBP Eigenkapital, ohne dass der Token ein Anteil an dieser Firma ist [Q4][Q7]. Verschärfend: Der Token-Bestand, der diese Bewertung trägt, liegt nachweislich nicht in den einsehbaren UK-Gesellschaften — die operative Firma hat ihren gesamten Krypto-Bestand (Anfang GJ2023 noch 8,21 Mio. GBP) bis 30.09.2023 auf 0 abgestoßen, und die Holding hält laut GJ2025 nur eine Beteiligung von 871.450 GBP, keine Token [Q7][Q13]. Die Treasury liegt also auf der Cayman-/Schweiz-Ebene, die keine öffentlichen Abschlüsse einreicht.
Angebots-Konzentration und -Überhang. 21,01 Prozent des Gesamtangebots liegen auf der Vertragsadresse selbst, deren Status (gesperrt, verloren, verfügbar) intransparent ist; rund 68 Prozent gelten insgesamt als nicht zirkulierend [Q3][Q1]. Käme dieser Überhang je in Umlauf, läge die Bewertung bei rund dem Dreifachen der berichteten Marktkapitalisierung.
Token-Contract: Mint-Funktion. Der einzige öffentliche Audit (Smart-Contract-Audit — Definition: eine Sicherheitsprüfung des Programmcodes durch Dritte) ist ein unbeauftragtes Community-Audit von EtherAuthority (14.05.2024) — und es prüft nur das triviale ERC-20-Token, nicht Overledger [Q30]. Sein Kernbefund: Der Vertrag enthält eine unbegrenzte Mint-Funktion (Definition: eine Funktion, die neue Token aus dem Nichts erzeugt; ohne Obergrenze kann sie das Angebot verwässern), beschränkt auf die Crowdsale-Adresse (Crowdsale — Definition: der öffentliche Erstverkauf, dessen Adresse hier Sonderrechte hat). Der Auditor markiert das ausdrücklich als zentralisiertes Risiko und empfiehlt, das Eigentum zu renouncen. Entlastend: Das Gesamtangebot ist seit 2018 stabil bei 45,467 Mio. — es gibt keinen Hinweis auf tatsächlich ausgeführtes Minting nach dem ICO (ob die Mint-Berechtigung heute noch scharf ist, ließ sich nicht gegenprüfen; Kapitel 12).
Contract-Struktur: eher entlastend. Fairerweise fehlen dem Vertrag die klassischen Betrugsmechanismen: kein Owner-Takeover (Owner/Admin-Key — Definition: eine Adresse mit Sonderrechten), kein Proxy (Proxy/Upgradebarkeit — Definition: ein Aufbau, mit dem der Code nachträglich ausgetauscht werden kann — QNT hat das nicht), keine Pause/Blacklist (Definition: Sonderfunktionen, mit denen ein Betreiber Übertragungen anhalten oder Wallets sperren kann), kein Selfdestruct (Definition: ein Befehl, der einen Contract löschen kann), keine Kauf-/Verkaufssteuer, kein Honeypot (Definition: ein manipulierter Token, den man kaufen, aber nicht verkaufen kann). Der Audit endet mit „PASSED". Das häufigste Rug-Pull-Muster ist hier also ausgeschlossen — die Risiken liegen woanders.
Langfrist-Risiko Quantensicherheit. Gerade die fehlende Upgradebarkeit hat eine Kehrseite: qrindex.org gibt QNT einen Quantum-Readiness-Score von 0/100, weil der Token mangels Admin-Kontrollen nicht eigenständig auf quantensichere Signaturen migrieren kann und vollständig von Ethereums Post-Quantum-Fahrplan abhängt (ECDSA/secp256k1 — Definition: das Signaturverfahren, mit dem Ethereum-Transaktionen abgesichert werden und das ein künftiger Quantencomputer theoretisch brechen könnte) [Q31]. Das ist ein heute noch theoretisches, aber real angelegtes Risiko. Zudem läuft der Live-Contract auf einer veralteten, nicht upgradebaren Solidity-Version (0.4.21) mit bekannten Compiler-Schwachstellen [Q1].
Kein Overledger-Audit. Es existiert kein öffentliches Sicherheits-Audit des eigentlichen Produkts (Gateway, Multi-Chain-Anbindung). Ein Report namens „Quant.Fun" bei Hashlock betrifft ein anderes Projekt. Die reale Angriffsfläche der proprietären Software ist von außen ungeprüft [Q30].
Schlüsselperson, Adoption, Wettbewerb. Das Ein-Direktor-Modell (Verdian) ist ein Ausfallrisiko [Q8]. Die reale Adoption ist unbewiesen: Overledger taucht in keinem unabhängigen Adoptions-Tracker auf, während Interoperabilitäts-Wettbewerber Milliarden an messbarer On-Chain-Nutzung verbuchen (LayerZero rund 6,87 Mrd., Wormhole/Portal rund 1,69 Mrd., Chainlink CCIP rund 1,59 Mrd. USD Bridge-TVL) — wobei zu fairerweise gilt, dass Overledger enterprise/permissioned ist und TVL für es kein 1:1-Maß darstellt [Q37].
Phishing und Impersonation. Rund um die Marke gibt es massive Betrugsfälle: eine Fake-Website „claims-quant.network" mit Wallet-Drainer (Definition: eine Betrugsmasche, bei der Nutzer auf gefälschten Seiten eine Transaktion unterschreiben und ihr Guthaben verlieren), ein dokumentierter Verlust von rund 451.000 USD nach einer Phishing-Signatur, ein gekaperter Telegram-Kanal [Q52]. Das sind Marken-Missbräuche, keine Protokoll-Lücken — aber ein reales, wiederkehrendes Risiko für Halter.
Rechtsstreit und Regulierung. Es existiert ein Zivilrechtsstreit — Mondelli v Quant Network Ltd, Aktenzeichen BL-2025-000537, eingereicht 24.04.2025 — dessen Gegenstand wir nicht aus der Primärakte belegen konnten (nur über einen Aggregator, belastbarkeit niedrig) [Q51]. Regulatorisch ist QNT nirgends als Wertpapier klassifiziert, der Status bleibt aber formal offen; bestätigte Delistings oder Strafverfahren fanden sich nicht.
10. Deutschland-Cockpit: MiCA, BaFin, Kaufwege, Steuern (§ 23 EStG)
Kaufwege. QNT ist für deutsche Privatanleger breit und problemlos handelbar. Per Primärseiten bestätigt: Kraken (deutsche Oberfläche, Euro-Preise, „Beginne mit nur 10 €") [Q41], Bitpanda (österreichisch, „European regulated crypto & securities broker platform", Zahlung u. a. per PayPal, Visa, Mastercard) [Q42] und Binance (Handelspaar QNT/USDT) [Q43]. CoinGecko listet zusätzlich Coinbase, Bybit und über 80 weitere Märkte [Q4]. Ein konkreter, MiCA-nah regulierter Kaufweg ist damit Bitpanda; ein expliziter MiCA-Lizenz-Nachweis ließ sich auf der QNT-Preisseite allerdings nicht auslesen.
MiCA und BaFin. Hinweise auf ein EU-/MiCA-bedingtes Delisting für europäische Kunden fanden wir nicht (MiCA — Definition: die EU-weite Verordnung, die seit Ende 2024 Regeln für Kryptowerte, deren Anbieter und Handelsplätze festlegt). Offen bleibt, ob überhaupt ein MiCA-Krypto-Whitepaper (Definition: ein unter MiCA vorgeschriebenes Pflicht-Informationsdokument, das ein Projekt oder der zulassende Handelsplatz bereitstellen muss) im Register der ESMA (Definition: die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde, die unter MiCA zentrale Register führt) existiert — die Registerabfrage lieferte „No data found". Da QNT ein Alt-ERC-20 ohne identifizierbaren EU-Emittenten ist, müsste das ggf. ein zulassender CASP (Definition: Crypto-Asset Service Provider, ein unter MiCA zugelassener Krypto-Dienstleister) erstellen. Ebenso ließ sich kein Eintrag oder keine Warnung der BaFin (Definition: die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die deutsche Finanzaufsicht) zu Quant/QNT abrufen — die BaFin-Datenbank war bot-gesperrt (Kapitel 12).
Steuern. Für deutsche Privatanleger gilt der übliche Rahmen: QNT ist ein sonstiges Wirtschaftsgut, ein Verkauf ist ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG (Definition: die deutsche Steuervorschrift für private Verkäufe bestimmter Wirtschaftsgüter inkl. Krypto; Gewinne sind steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als ein Jahr liegt). Nach über einem Jahr Haltefrist (Definition: der Zeitraum, den man ein Wirtschaftsgut hält) ist der Gewinn steuerfrei; es gilt eine Freigrenze (Definition: eine Betragsgrenze, bei deren Überschreiten anders als bei einem Freibetrag der gesamte Gewinn steuerpflichtig wird) von 1.000 Euro pro Jahr. Rechtsrahmen sind das BMF-Schreiben (Definition: eine Verwaltungsanweisung des Bundesministeriums der Finanzen an die Finanzämter) vom 10.05.2022 und die Ergänzung vom 06.03.2025 [Q50]. Wichtig zur Ehrlichkeit: Die BMF-Primärquelle war per Abruf bot-gesperrt; diese Angaben stützen sich auf den etablierten Rechtsrahmen, nicht auf einen in dieser Recherche gelesenen Wortlaut.
Verwahrung und Sonderfragen. QNT ist ein reiner ERC-20 und daher in jeder Ethereum-kompatiblen Wallet (Definition: eine digitale Geldbörse; eine Hardware-Wallet ist ein separates Gerät für sichere Selbstverwahrung) verwahrbar, inklusive Hardware-Wallets [Q1]. Ein natives Protokoll-Staking für QNT ist nicht bekannt; etwaige „Earn"-Angebote von Börsen wären Custodial Lending (Definition: wenn eine Börse Kundenkryptos verleiht und dafür Zinsen zahlt — steuerlich anders zu behandeln als echtes Protokoll-Staking) und würden i. d. R. als sonstige Einkünfte behandelt. Ein steuerlich relevanter Airdrop (Definition: eine kostenlose Verteilung von Token an bestehende Halter) oder eine Chain-Migration ist für QNT nicht dokumentiert.
11. Einordnung: Stärken-Schwächen-Bilanz
Stärken. Anders als bei vielen Krypto-Projekten steht hinter Quant eine reale, zuletzt profitable Firma mit geprüftem Abschluss, hoher Bruttomarge und positivem Cashflow [Q7]. Der Token-Contract ist sauber im Sinne der klassischen Betrugsmuster — kein Honeypot, keine Pause, keine Blacklist, kein Proxy, keine Handelssteuer [Q30]. Es gibt echtes, wenn auch schmales geistiges Eigentum: mindestens zwei erteilte Patente (US11842335B2, erteilt 12.12.2023; EP4002180B1, erteilt 25.09.2024), alleiniger Erfinder Verdian, plus Anmeldungen [Q35][Q36]. Und es gibt eine reale Standardisierungs-Rolle des Gründers in der ISO/TC 307/WG 7 [Q34]. Die Infrastruktur läuft technisch (Fusion-Runtime 1.0.0, aktives Testnet) [Q25]. Die Halterstruktur ist, klammert man den Vertrags-Selbstbestand aus, breiter gestreut als bei vielen vergleichbaren Token.
Schwächen. Dem stehen gewichtige Mängel gegenüber. Der Token ist kein Firmenanteil und dennoch mit dem 45- bis 60-Fachen des Firmenumsatzes bewertet [Q4]. Sein operativer Nutzen ist nicht belegt: QNT wird gehalten, nicht verbraucht; der Umsatz fließt in Fiat und historisch zu rund 95 Prozent konzernintern [Q7][Q13]. Die Eigentümerkette endet in einem Jersey-Trust und einer Cayman-Mutter — die letztliche Kontrolle über die Token-Treasury ist verschleiert [Q12]. Es gibt keinen veröffentlichten Vesting-Plan, keine aufgeschlüsselte Token-Verteilung, kein Overledger-Audit, keinen unabhängig bestätigten Kunden und keine Tier-1-Rezeption. Das Hauptprodukt-Mainnet ist im geschlossenen Zugang, das öffentliche Entwickler-Ökosystem ist minimal, und die Wettbewerber sind messbar weiter adoptiert. Die Marktqualität (dünnes Volumen, Wash-Trading-Signale) ist schwach. Unter dem Strich: ein solides kleines Software-Unternehmen mit einem Token, dessen Bewertung sich aus einem Narrativ speist, das an den entscheidenden Stellen (Zentralbank-Nutzung, reale Kunden, Token-Utility) nicht belegt ist.
12. Was wir gerne gewusst hätten — und trotz intensiver Suche nicht gefunden haben
Dieses Kapitel ist das Alleinstellungsmerkmal des Dossiers: eine ehrliche Landkarte dessen, was sich trotz systematischer Primärquellen-Suche nicht klären ließ. Wir nennen jeweils, was gesucht wurde, warum es interessant wäre und wo wir gesucht haben.
Token-Ökonomie und Supply. - Aufschlüsselung der initialen Token-Verteilung (die verbleibenden rund 45 Prozent nach Team/Gründer/Advisors/Foundation). Zentral, um das Insider-Verkaufsrisiko zu beurteilen. Gesucht bei CryptoRank, CoinGecko, Binance Research, ICOdrops, CoinMarketCap — alle ohne Distributions-Prozente; quant.network war Cloudflare-403. - Konkreter Vesting-/Unlock-Plan mit Terminen und Mengen. Zeigt, wann gesperrte Insider-Token Verkaufsdruck erzeugen könnten. CryptoRank sagt ausdrücklich „no vesting schedule available", Binance Research „not disclosed". - Reconciliation der 45,467 Mio. On-Chain gegen die 14,6 Mio. Aggregator-Supply — welche Adressen halten die rund 30,85 Mio. „nicht gezählten" QNT über den Vertragsanteil (9,55 Mio.) hinaus? Nur der Vertrags-Selbstbestand ist beschriftet; die restlichen rund 21 Mio. liegen in unbeschrifteten Adressen (vermutlich Treasury), ohne adressgenaue offizielle Aufstellung. - Wer kann die 9,55 Mio. QNT auf der Vertragsadresse bewegen, und was ist ihr rechtlicher/technischer Status? Ein Standard-ERC-20 zeigt keine offensichtliche Withdraw-Funktion; die Kontrolle bleibt offen (Etherscan, Ethplorer). - Primärer Transaktions-Hash des „Burns" vom 14.09.2018 mit Beleg, dass das Total Supply reduziert wurde. Die Dead-Adresse hält nur 0,117 QNT, das Supply ist unverändert — ein echter Burn ließ sich nicht belegen. Wayback-Archiv war blockiert. - Aktueller On-Chain-Verbrauch/Umschlag von QNT im Overledger-Betrieb und ein sichtbarer Lock-/Treasury-Fluss, der die Lizenzmechanik belegt. Kern der Utility-Frage. Kein Staking-/Lock-Contract auf Etherscan/Ethplorer identifizierbar; DefiLlama ohne Eintrag; Quant-Doku 403/DNS. - Aktueller Status der Mint-Berechtigung der Crowdsale-Adresse — ist sie noch scharf, wer kontrolliert sie? Der Adresswert war ohne API-Key nicht auslesbar (Etherscan-Code, EtherAuthority-Audit).
ICO, Finanzierung, Eigentum. - Exakte ICO-Zahlen 2018 (Zeitraum, Emissionspreis, eingesammelter Betrag, Cap, verkaufte Token). Die Quellen widersprechen sich (11 Mio. vs. 26 Mio. USD; 1,10 vs. 1,51 USD). Gesucht bei icodrops (404/Platzhalter), cryptorank, coincodex (falscher Token), messari (403), Coinbase (403), Wikipedia (404), Medium (404), Wayback (blockiert). - Konkrete Finanzierungsrunden, Investoren/VCs und Bewertungen — insbesondere die behauptete Rockefeller-Beteiligung. Die zwei US-Direktoren ab März 2021 deuten auf institutionelles Kapital hin; ob und zu welcher Bewertung, wäre zentral. Crunchbase (403), Companies-House-Appointments von Dietrich (nur Quant + ein Golfclub), cryptorank (Login). - Identität des wirtschaftlich Berechtigten hinter dem Goulding Trust und die Verbindung der On-Chain-Treasury zu einer benannten juristischen Person. Governance-kritisch, da hier Hunderte Mio. USD Tokenwert kontrolliert werden. PSC-Register nennt nur den Jersey-Trustee; das Jersey-Trustregister ist nicht öffentlich. - Standort und Höhe der QNT-Token-Treasury sowie geprüfte Abschlüsse der Quant Holdings Ltd (Cayman) und der Quant AG (Schweiz). Erst diese Zahlen zeigten, wo der Tokenwert bilanziell liegt. Aus den UK-Filings ausgeschlossen (Betriebsgesellschaft Krypto = 0 seit GJ2023, Holding nur 871.450 GBP Beteiligung); Cayman/Schweiz reichen keine öffentlichen Abschlüsse ein. - Einzeljahres-Umsätze 2016, 2017, 2018, 2021, 2022. Für die lückenlose Korrelation Firmenwachstum vs. Token-Bewertung. Die Filings existieren, sind aber „filleted" (Filleted/Total-Exemption — Definition: das UK-Small-Companies-Regime erlaubt kleinen Firmen, nur eine Bilanz ohne Gewinn-und-Verlust-Rechnung und ohne Audit einzureichen) — der Umsatz dieser Jahre ist schlicht nicht veröffentlicht. - Vollständiges Gründungs-/Führungsteam neben Verdian (z. B. CTO Colin Paterson, angeblicher Co-Gründer Paolo Tasca) mit belegten Rollen. Companies House nennt nur Verdian/Grigorian; die Tasca-Zuschreibung ist unbelegt. - Verdians im Marketing behaupteter Werdegang (Vocalink/Mastercard, HSBC, BP, UK-Justizministerium, NSW Health CISO, Federal Reserve, ISO-Gründung). Die Glaubwürdigkeit des Projekts hängt stark daran, doch fast alles ist selbstberichtet. quant.network (403), LinkedIn (nicht abrufbar), Wikipedia (kein Artikel); Companies House liefert nur Direktorate. Verifiziert ist immerhin die ISO/TC-307/WG-7-Convenor-Rolle [Q34].
Produkt, Partner, Nutzung.
- Namentliche, real produktive Flow-Apps, Kunden oder Integrations-Partner. Die zentrale Schwäche: Selbst die offizielle Doku listet den App-Katalog bewusst nicht. quant.network (403), GitHub (nur Demos), Docs (nur Beispiel-IDs).
- Direkter Auftrags-/Partnerbeleg mit Bank of England, BIS Rosalind, Oracle, SIA/Nexi. Meistzitierte Verkaufsargumente, nur als Beobachter-/Event-/Testbezug belegbar. BIS-othp69 (keine Anbieter), DPF, Ledger Insights, Cointelegraph; Partner-Primärquellen nicht auffindbar.
- Messbare On-Chain-Nutzung des Fusion Rollup (Transaktionen, aktive Adressen, TVL) über einen öffentlichen Explorer. Docs verlinken keinen Explorer für Chain ID 73073; GET /networks/total lieferte 401.
- Produktive Mainnet-Chain-ID, RPC-URL, Base-URLs, System-Contracts des Fusion Rollup. Zur unabhängigen On-Chain-Verifikation. Docs zeigen nur Platzhalter; „Base URLs will be released when finalised".
- Konkrete QNT-Staking-Mechanik (Mindestmenge, Reward-Höhe, Sperr-/Unbonding-Logik). Die einzige dokumentierte QNT-Nutzung im neuen Stack — Kapitel noch nicht veröffentlicht.
- Öffentlicher Quellcode oder Audit des laufenden Fusion-Gateways/Rollups sowie ein Overledger-Produkt-Audit. Der Kern ist Closed Source; GitHub enthält nur Specs/Demos/Archiviertes.
- Unabhängige Verifikation von „world's first multi-ledger rollup" und das historische Overledger-Whitepaper (4-Schichten-Architektur). Nur Eigenaussage; Website 403, Wayback blockiert.
- Registrierung von „Quant" als ISO-20022-Submitting-Organisation bei der Registration Authority (SWIFT). Direkter Faktencheck des wichtigsten Kaufnarrativs. iso20022.org war in der Session durchgehend nicht erreichbar (Timeout/HTTP 000); der konzeptionelle Faktencheck steht (ISO 20022 zertifiziert keine Coins), die konkrete Registerabfrage bleibt offen.
- Aktuelle Adoptions-/Volumenzahlen für Cosmos IBC und Polkadot XCM zum vollständigen Wettbewerbsvergleich. DefiLlama listet IBC ohne TVL; mapofzones/Polkadot-Telemetrie wegen Budget/Blockaden nicht abgerufen.
Recht, Regulierung, Markt. - MiCA-Whitepaper im ESMA-Register. ESMA-Registerportal lieferte „No data found" bzw. 404. - Listung von QNT bei Trade Republic, BISON, Bitvavo und EU-Retail-Verfügbarkeit auf Coinbase/Bybit. Diese Anbieter sind für Deutsche besonders relevant. Alle Anbieterseiten 404/403/Timeout; CoinGecko-Marktliste nennt sie nicht explizit. - BaFin-Warnung, -Eintrag oder -Erlaubnisstatus. BaFin-Datenbank bot-gesperrt. - Wortlaut des aktuellen BMF-Schreibens. Zugriff über Radware-Bot-Schutz umgeleitet. - On-Chain-Verifikation der gebrückten Energi-Variante (Bridge-Betreiber, Mint-/Burn-Autorität). Nur CoinGecko-Angabe; kein Explorer-Zugriff. - Forensischer Wash-Trading-Nachweis auf BitDelta/Icrypex/BitMart und eine bereinigte „Real Volume"-Kennzahl (Messari). Messari lieferte 429/403; CoinGecko zeigt nur Spreads/Trust-Signale. - Streitgegenstand von Mondelli v Quant Network Ltd (BL-2025-000537). Die amtliche Gerichtsakte war nicht frei einsehbar (403); nur Aggregator-Beleg. - Peer-reviewte Primärpublikation Verdians zu Overledger. OpenAlex fand keine von ihm verfassten begutachteten Werke; Semantic Scholar war rate-limited.
13. Quellenverzeichnis
[Q1] Etherscan — QNT-Token-Contract: https://etherscan.io/token/0x4a220e6096b25eadb88358cb44068a3248254675 [Q2] Ethplorer getTokenInfo (On-chain-Read): https://api.ethplorer.io/getTokenInfo/0x4a220e6096b25eadb88358cb44068a3248254675 [Q3] Ethplorer getTopTokenHolders (On-chain-Halter): https://api.ethplorer.io/getTopTokenHolders/0x4a220e6096b25eadb88358cb44068a3248254675 [Q4] CoinGecko — Quant (Aggregator, belastbarkeit mittel): https://www.coingecko.com/en/coins/quant [Q5] CoinMarketCap — Quant (Aggregator, belastbarkeit mittel): https://coinmarketcap.com/currencies/quant/ [Q6] Companies House — Quant Network Ltd (09798383), Firmenseite: https://find-and-update.company-information.service.gov.uk/company/09798383 [Q7] Companies House — 09798383, Filing-History / geprüfter Abschluss FY2025: https://find-and-update.company-information.service.gov.uk/company/09798383/filing-history [Q8] Companies House — 09798383, Officers: https://find-and-update.company-information.service.gov.uk/company/09798383/officers [Q9] Companies House — 09798383, Persons with Significant Control: https://find-and-update.company-information.service.gov.uk/company/09798383/persons-with-significant-control [Q10] Companies House — Quant Group Corporation Ltd (12299977), Firmenseite: https://find-and-update.company-information.service.gov.uk/company/12299977 [Q11] Companies House — 12299977, Officers: https://find-and-update.company-information.service.gov.uk/company/12299977/officers [Q12] Companies House — 12299977, Persons with Significant Control: https://find-and-update.company-information.service.gov.uk/company/12299977/persons-with-significant-control [Q13] Companies House — 12299977, Filing-History (Holding-Abschlüsse): https://find-and-update.company-information.service.gov.uk/company/12299977/filing-history [Q14] GitHub — Organisation quantnetwork: https://github.com/quantnetwork [Q15] GitHub — overledger-sdk-javascript-v2 (archiviert): https://github.com/quantnetwork/overledger-sdk-javascript-v2 [Q16] GitHub — overledger-treasury-community (archiviert 06.02.2026): https://github.com/quantnetwork/overledger-treasury-community [Q17] GitHub — payscript-language-specification: https://github.com/quantnetwork/payscript-language-specification [Q18] GitHub — secure-asset-exchange-protocol (IETF-Draft): https://github.com/quantnetwork/secure-asset-exchange-protocol [Q19] Overledger-Doku — Overview: https://docs.overledger.dev/docs/overview.md [Q20] Overledger-Doku — Fusion Rollup: https://docs.overledger.dev/docs/fusion-rollup.md [Q21] Overledger-Doku — Gateway (QNT-Staking): https://docs.overledger.dev/docs/overledger-gateway.md [Q22] Overledger-Doku — Connectors: https://docs.overledger.dev/docs/connectors.md [Q23] Overledger-Doku — Flow Apps: https://docs.overledger.dev/docs/flow-apps.md [Q24] Overledger-Doku — Changelog (Mainnet „private access only"): https://docs.overledger.dev/changelog/documentation-progress.md [Q25] Live-Health-Endpoint — fusion-rollup.quant.dev: https://fusion-rollup.quant.dev/health [Q26] Quant-Flow-Doku (Anbieter-eigene Quelle, belastbarkeit niedrig-mittel): https://quantnetwork.github.io/ [Q27] Digital Pound Foundation — Mitgliederliste (Primär): https://digitalpoundfoundation.com/members/ [Q28] BIS/Bank of England — Project Rosalind, othp69 (nennt keine Anbieter): https://www.bis.org/publ/othp69.htm [Q29] INATBA — Mitgliederliste (Quant „Micro"): https://inatba.org/members/ [Q30] EtherAuthority — Community-Audit „Quant Token", 14.05.2024 (nur ERC-20): https://etherauthority.io/wp-content/uploads/2024/05/Quant-Token.pdf [Q31] qrindex.org — Quantum-Readiness Quant Network: https://qrindex.org/projects/quant-network/ [Q32] SEC v. 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(belastbarkeit niedrig): https://blockchainmagazine.net/can-quant-qnt-become-the-backbone-of-cbdcs/ [Q57] CoinMarketCap — Kategorie „ISO 20022": https://coinmarketcap.com/view/iso-20022/
Dieses Dossier ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Es dient ausschließlich der Information und Einordnung. Recherchestand: 21. Juli 2026; alle Marktzahlen sind Momentaufnahmen und ändern sich laufend. Kryptowerte sind hochspekulativ und unterliegen einem Totalverlustrisiko. Wer investiert, sollte ausschließlich Mittel einsetzen, deren vollständigen Verlust er verkraften kann, und im Zweifel unabhängigen fachlichen Rat einholen.