IDGR Coins auf dem Prüfstand

Master-Dossier · Akte 19 · PEPE

Pepe

Stand der Recherche: · alle Zahlen mit Quellenangabe im Text

Rubrik · Einfache Sprache

Einfach erklärt: Pepe (PEPE) in einfacher Sprache

Dieser Abschnitt fasst die Analyse in einfacher Sprache zusammen. Kurze Sätze, keine Fachwörter. Die genauen Zahlen und Belege stehen in den Kapiteln darunter.

Ausführliche Fassung mit allen Belegen ↓

Redaktionelle Tiefenanalyse auf Basis eigener Primärquellen-Recherche (Blockchain-Abfragen, Register, Archive). Recherchestand: 21. Juli 2026. Wir prüfen nach und verkaufen nichts.

1. Steckbrief

Merkmal Angabe (Stand jeweils in Klammern)
Name Pepe
Ticker PEPE
Emittent / Betreiber Keiner. Es existiert keine Gesellschaft, kein Sitz, keine Registernummer, kein Impressum und keine namentlich bekannte Person; die Projektseite erklärt selbst „There is no formal team or roadmap" (21.07.2026) [Q82]. Der Vertrags-Eigentümer ist die Null-Adresse [Q22][Q35]. Das MiCA-Whitepaper einer Börse formuliert es als „no formal legal issuer entity for PEPE" [Q75]
Produktkern Kein Produkt. Ein einziger, seit dem 14.04.2023 unveränderlicher ERC-20-Vertrag ohne Staking, Governance, Gebühren oder sonstige Funktion; Selbstbeschreibung: „the coin is completely useless and for entertainment purposes only" (21.07.2026) [Q4][Q82]
Chains Ethereum (nativ). Gebrückte Abbilder auf BNB Smart Chain, Arbitrum One und Avalanche C-Chain — zusammen 0,141 % der Menge (21.07.2026) [Q39][Q40][Q41][Q46]
Contract-Adressen Ethereum: 0x6982508145454ce325ddbe47a25d4ec3d2311933 (verifiziert, 18 Decimals) [Q1][Q4]; BNB Smart Chain: 0x25d887ce7a35172c62febfd67a1856f20faebb00 [Q39]; Arbitrum One: 0x25d887ce7a35172c62febfd67a1856f20faebb00 [Q40]; Avalanche: 0xa659d083b677d6bffe1cb704e1473b896727be6d [Q41]
Website https://www.pepe.vip/ (Wix-gehostet, kein Impressum; Domain am 30.03.2023 bei Namecheap registriert, Inhaber über „Withheld for Privacy ehf" anonymisiert) [Q82]
Preis 0,00000290–0,00000295 USD (CoinGecko-API, mehrere Abrufe am 21.07.2026) [Q46]; 0,00000255 EUR (CoinGecko/BISON, 21.07.2026) [Q53][Q67]
Market Cap 1,22–1,24 Mrd. USD je nach Abrufzeitpunkt (CoinGecko, 21.07.2026) [Q46]; CoinMarketCap rechnet mit bereinigter Menge und kommt auf rund 1,21 Mrd. USD [Q54]; 1.070.982.570 EUR (CoinGecko, 21.07.2026) [Q53]
FDV Identisch mit der Marktkapitalisierung, weil die gesamte Menge seit Tag 1 im Umlauf ist (21.07.2026) [Q46]
Supply On-chain exakt 420.689.899.646.442,539491331875576506 PEPE (eigene totalSupply()-Abfrage, 21.07.2026) [Q22]; beworben werden 420.690.000.000.000; CoinGecko meldet die runde Zahl, CoinMarketCap 413,77 Bio. [Q46][Q54]
Rang 50 (CoinMarketCap) gegen 58–60 (CoinGecko) — die Quellen weichen erheblich ab (21.07.2026) [Q46][Q54]
EU-Status Zwei MiCA-Krypto-Whitepaper im ESMA-Register, beide von Dritten: LCX AG (FMA Liechtenstein, Registerstand 12.09.2025) und Crypto Risk Metrics GmbH, Hamburg (BaFin, Registerstand 02.07.2026, notifiziert für 30 EWR-Staaten inkl. Deutschland; Dokument noch gesperrt). Kein Whitepaper des Projekts selbst. ESMA prüft solche Dokumente ausdrücklich nicht (21.07.2026) [Q73][Q74][Q76]

Unsere Einordnung in einem Satz

Wer heute Pepe kauft, verlässt sich darauf, dass reine Internet-Aufmerksamkeit eine Bewertung von 1,2 Milliarden Dollar trägt — hinter diesem Wert stecken kein Produkt, keine Einnahme und kein Verantwortlicher, und einen anderen Grund konnten wir trotz Prüfung nirgends finden. Technisch hält der Vertrag zwar, was die Website verspricht — eigentümerlos, nicht nachprägbar, seit April 2023 eingefroren —, doch 99,6 Prozent des gemeldeten Handels laufen dort, wo weder Eigentumsverzicht noch Liquiditätssperre schützen, bei nur rund 24 Millionen Dollar echt hinterlegter Liquidität. Die Governance-Geschichte ist belastet: eine 2023 geleerte Projektkasse, eine binnen Minuten von fünf auf zwei gesenkte Unterschriftenschwelle, eine still gelöschte Roadmap. Über allem steht ein nirgends bilanziertes Rechts- und Reputationsrisiko: ein fremdes, geschütztes Comic-Motiv, ein klagefreudiger Urheber und eine Einstufung als Hass-Symbol seit 2016. Damit sich dieses Bild dreht, müssten ein belastbarer Wert jenseits kurzfristiger Aufmerksamkeit und ein nachprüfbarer, echter Handel öffentlich und unabhängig belegt sein — bislang ist beides nicht der Fall. Die Entscheidung liegt bei Dir.

Zur ausführlichen Abwägung ↓

2. Das Wichtigste in Kürze

Pepe ist der ehrlichste Memecoin (Definition: ein Krypto-Token, dessen Wert allein aus Aufmerksamkeit, Internetkultur und Spekulation entsteht — ohne Produkt, Einnahmen oder technische Funktion) im Feld, weil er gar nicht erst vorgibt, etwas zu sein: Die eigene Website nennt ihn „completely useless" und bestreitet die Existenz eines Teams [Q82]. Technisch hält diese Selbstbeschreibung der Prüfung stand — der Ethereum-Vertrag ist ein 138 Zeilen kurzer, fast vollständig aus Standardbausteinen zusammengesetzter ERC-20-Token, seit dem 14. April 2023 um 21:08:59 UTC eigentümerlos und damit unveränderlich, ohne Steuer, ohne Prägefunktion, ohne Pause-Knopf [Q4][Q22][Q35]. Die viel zitierte Startverteilung 93,1 % Liquidität / 6,9 % Projektkasse ist keine Marketingzahl, sondern auf die Nachkommastelle on-chain belegbar [Q6][Q24]. Genau dort endet aber das Angenehme. Der Vertrag enthält eine Sperrlisten- und eine Handelsbeschränkungs-Funktion, die im Startfenster von 6 Stunden 17 Minuten tatsächlich scharf waren; eine damals gesperrte Adresse hält bis heute 2.519.324.010.963 PEPE (0,599 %), die niemand je wieder bewegen kann [Q22][Q25]. Der berühmte Vorfall vom August 2023 ist in dieser Recherche gleich dreifach belegt — on-chain, im Selbstzeugnis des verbliebenen Signers und wörtlich in einer SEC-Registrierungserklärung von 2026 —, und er verlief anders als überall behauptet: Es schied kein einziger Mitunterzeichner aus, stattdessen wurde drei Minuten nach dem Abfluss von 16.045.176.486.729 PEPE die nötige Unterschriftenzahl von fünf auf zwei gesenkt [Q7][Q27][Q28][Q69][Q85]. Die gesamte Projektkasse floss binnen 48 Stunden ab; was heute noch projektnah erkennbar ist, sind zwei Gemeinschaftskassen mit zusammen rund 1,2 % der Menge, für die niemand eine Verwendungsregel veröffentlicht [Q31][Q32]. Wirtschaftlich ist der Token ein reiner Nachfrageausdruck: kein Protokolleintrag bei DefiLlama, keine Einnahmen, kein Repository mit einem einzigen Commit [Q44][Q46][Q96]. Dem gemeldeten Tagesumsatz von rund 209 Mio. USD stehen nur etwa 753.000 USD nachprüfbarer Handel auf der Blockchain gegenüber — Faktor 278 — bei rund 24 Mio. USD tatsächlich hinterlegter Liquidität für eine Bewertung von 1,2 Mrd. USD [Q42][Q43]. Preislich steht PEPE 89,6 bis 89,7 % unter dem Allzeithoch vom 9. Dezember 2024 und 79,2 % unter dem Vorjahresstand; 94,5 % des jemals auf Binance gehandelten Volumens fand oberhalb des heutigen Kurses statt [Q46][Q49][Q56]. Im Sektorvergleich ist das trotzdem der beste Wert: Alle sechs geprüften Konkurrenz-Memecoins sind tiefer gefallen, und anders als bei TRUMP steht kein Freischalt-Überhang aus [Q51]. Das größte, bislang nirgends bewertete Risiko liegt außerhalb der Kette: Der komplette Wert hängt an einer fremden, urheberrechtlich geschützten Comicfigur, deren Schöpfer seine Rechte mehrfach gerichtlich durchgesetzt hat und die die Anti-Defamation League seit 2016 als Hasssymbol führt — die US-Registrierungserklärung für einen PEPE-ETF erwähnt weder Furie noch Urheberrecht noch die ADL mit einem einzigen Wort [Q69][Q97][Q98][Q99].

3. Was ist Pepe? Technik und Produkt verständlich erklärt

3.1 Das gesamte „Produkt" ist eine Datei

Pepe ist kein Netzwerk und keine Anwendung, sondern ein einzelner Smart Contract (Definition: ein Programm, das direkt auf einer Blockchain liegt und dort automatisch Regeln ausführt; bei einem Token verwaltet es, wer wie viele Einheiten besitzt) auf Ethereum. Der verifizierte Quellcode (Definition: der lesbare Programmtext, den ein Block-Explorer gegen das tatsächlich auf der Kette liegende Maschinenprogramm abgeglichen hat — nur dann kann man nachlesen, was ein Vertrag tut) trägt den Namen „PepeToken", wurde mit Solidity 0.8.0 übersetzt und besteht auf rund 138 Zeilen fast vollständig aus unveränderten Bausteinen der Bibliothek OpenZeppelin. Eigenentwicklung sind nur der Konstruktor, zwei Verwaltungsfunktionen, eine Prüfroutine vor jeder Überweisung und eine öffentliche burn()-Funktion [Q4].

Es handelt sich um einen ERC-20-Token (Definition: der Standard, nach dem die meisten Token auf Ethereum gebaut sind; er legt fest, wie Guthaben abgefragt und Token verschickt werden, sagt aber nichts über Qualität oder Zweck aus) und ausdrücklich nicht um einen Proxy (Definition: eine Bauweise, bei der die Programmlogik nachträglich ausgetauscht werden kann — praktisch für Weiterentwicklung, gefährlich für Nutzer, weil sich Regeln nachträglich ändern lassen) [Q4][Q35]. Ein Bytecode-Scan auf die Funktionsselektoren (Definition: die ersten vier Bytes einer Prüfsumme des Funktionsnamens, mit denen sich auch ohne Quelltext feststellen lässt, welche Funktionen ein Vertrag kennt) von mint, pause, addMinter und grantRole blieb ergebnislos [Q22]. Der Sicherheitsscanner GoPlus (Definition: ein automatischer Dienst, der Token-Verträge auf typische Gefahrenmerkmale wie Steuern, Sperren, Prägerechte und Eigentümer absucht; er ersetzt kein Audit, liefert aber schnell nachprüfbare Kennwerte) bestätigt das unabhängig mit is_mintable = 0, transfer_pausable = 0, is_proxy = 0, buy_tax = 0, sell_tax = 0 und is_honeypot = 0 (Definition Honeypot: ein Token, den man kaufen, aber nicht wieder verkaufen kann, weil der Code den Verkauf blockiert) [Q35].

3.2 Zwei Machtfunktionen, die nur deshalb harmlos sind

Bemerkenswert ist, was der Vertrag trotz der Erzählung vom harmlosen Spaßtoken enthält. Wörtlich im Code steht function blacklist(address _address, bool _isBlacklisting) external onlyOwner — eine Blacklist-Funktion (Definition: eine Sperrliste, mit der der Vertragseigentümer einzelne Adressen vom Senden und Empfangen ausschließen kann; für Betroffene ist das faktisch eine Enteignung) — sowie function setRule(bool _limited, address _uniswapV2Pair, uint256 _maxHoldingAmount, uint256 _minHoldingAmount) external onlyOwner, also ein Anti-Whale-Limit (Definition: eine Obergrenze dafür, wie viele Token eine einzelne Adresse halten darf; sie soll Großkäufer bremsen, kann aber auch normale Käufe blockieren). Vor jeder Überweisung prüft der Vertrag require(!blacklists[to] && !blacklists[from], "Blacklisted") [Q4].

Diese Funktionen sind tot, weil die Eigentümerrolle abgegeben wurde — „renounced ownership" (Definition: der Eigentümer überträgt seine Sonderrechte an die Null-Adresse, zu der niemand einen Schlüssel besitzt; die Rechte verschwinden nicht aus dem Code, sie sind nur für immer unerreichbar). Eigene eth_call-Abfragen (Definition: ein Lesezugriff auf die Blockchain, der einen Zustand ausliest, ohne etwas zu verändern) gegen zwei unabhängige Knoten liefern übereinstimmend owner() = 0x0000…0000, dazu limited() = false und beide Haltegrenzen auf 0; GoPlus meldet zusätzlich can_take_back_ownership = 0 und hidden_owner = 0 [Q22][Q35]. Die Null-Adresse (Definition: eine Blockchain-Adresse, zu der niemand einen Schlüssel besitzt; alles, was dorthin geht, ist unwiederbringlich verloren) macht den Zustand unumkehrbar.

Der Eigentumsverzicht lässt sich auf die Sekunde datieren. Eine eigene eth_getLogs-Abfrage (Definition: das gezielte Auslesen der unveränderlichen Protokolleinträge, die jede Transaktion hinterlässt) auf OwnershipTransferred liefert genau zwei Treffer: Block 17.046.105 am 14.04.2023 um 14:51:35 UTC (Null-Adresse → Deployer) und Block 17.047.934 um 21:08:59 UTC (Deployer → Null-Adresse) [Q22][Q23]. Dazwischen lagen 6 Stunden und 17 Minuten, in denen ein einzelner Schlüssel volle Kontrolle hatte — und er hat sie benutzt (Kapitel 4.3).

3.3 Die gebrückten Versionen sind etwas völlig anderes

Das Versprechen „ownership renounced" gilt ausschließlich für Ethereum. Auf den drei anderen Ketten existieren eigenständige Verträge mit aktiven Eigentümern: BNB Smart Chain 0x05d91b7c…, Arbitrum One 0xda7960e4…, Avalanche 0xe3df22b0… [Q22][Q36][Q37][Q38]. Alle drei sind Gemeinschaftskassen: Ein Bytecode-Abgleich zeigt für die Arbitrum-Adresse exakt denselben Gnosis-Safe-Proxy-Code wie für die BSC-Adresse, und getThreshold() liefert dort 5 [Q34]. Ein Multisig (Definition: eine Wallet, die selbst ein Smart Contract ist und für jede Verfügung mehrere Unterschriften verlangt, etwa fünf von acht; „Threshold" ist die Zahl der nötigen Unterschriften) senkt das Risiko eines gestohlenen Schlüssels, konzentriert die Macht aber bei einer kleinen, hier vollständig anonymen Gruppe.

Technisch sind es LayerZero-Brückentoken (Definition: LayerZero ist ein Nachrichtendienst zwischen Blockchains; ein „Omnichain Fungible Token", kurz OFT, ist die Bauform, bei der auf der Zielkette Einheiten geprägt und wieder vernichtet werden — gesteuert von einem konfigurierten Betreiber). Der auf BscScan verifizierte Quellcode ist eine OFTWithFee-Variante mit den Eigentümerfunktionen setDefaultFeeBp, setFeeBp, setFeeOwner und setTrustedRemote; Avalanche nutzt die neuere OFT-V2-Bauform [Q39]. GoPlus stuft die BSC-Version folgerichtig als is_mintable = 1 ein [Q36]. Für Käufer heißt das: Die dortige Menge ist kein fester Wert, sondern schwankt mit dem Brückenverkehr — und ausgerechnet dort existiert die Gebührenmöglichkeit, mit deren Abwesenheit das Projekt auf Ethereum wirbt („No Taxes, No Bullshit") [Q39][Q82]. Ob je eine Gebühr größer null gesetzt wurde, konnte nicht geprüft werden (Kapitel 12).

Wirtschaftlich sind diese Versionen Randerscheinungen: BNB Smart Chain 438.963.877.676,45 PEPE bei 82.148 Haltern, Arbitrum One 139.768.118.200,16 PEPE bei 30.828 Haltern, Avalanche 15.825.890.707,51 PEPE bei 718 Haltern — zusammen 594,56 Mrd. PEPE oder 0,141 % der Ethereum-Menge, gegenüber rund 569.400 Haltern auf Ethereum [Q1][Q39][Q40][Q41]. Wer eine Avalanche-Version erwischt, findet kaum eine Gegenpartei. Der Menüpunkt „BRIDGE" auf der Website führt auf bridge.pepe.vip; die Domain löst noch auf 206.189.82.90 auf, antwortet aber weder über HTTP noch HTTPS (eigene Messung, HTTP-Code 000, 21.07.2026), letzte Archivaufnahme 18.09.2025 [Q82][Q84].

3.4 Was es nicht gibt

Kein Whitepaper des Projekts, keine technische Dokumentation, kein Discord, kein Telegram, kein Code-Repository: Die CoinGecko-API liefert repos_url.github = [] sowie 0 Sterne, 0 Forks und 0 Commits in vier Wochen; eine GitHub-Suche nach der Vertragsadresse ergibt null Treffer, github.com/pepecoineth existiert nicht [Q46][Q96]. Eine Sicherheitsprüfung gibt es dennoch: CertiK lieferte am 22.12.2023 ein Audit (Definition: eine bezahlte Prüfung des Programmcodes durch eine Spezialfirma; sie findet typische Fehler, ist aber weder Garantie noch Aussage über die Seriosität eines Teams) mit einem „Major"-Befund zur Zentralisierung (Definition: ein Prüfergebnis, das besagt, einzelne Schlüsselinhaber hätten Sonderrechte, mit denen sie Nutzern schaden könnten — kein Programmierfehler, sondern eine Machtkonzentration im Design) und zwei „Informational"-Befunden [Q94]. Es kam über acht Monate nach dem Start, deckte nur 30,67 % des Codes ab, Etherscan vermerkt bis heute „No contract security audit submitted" und die Reputationsstufe „NEUTRAL", und auf pepe.vip wird es nicht erwähnt [Q1][Q82][Q94].

Die einzige messbare Nutzung ist Handel. Eine eigene Auswertung aller Transfer-Ereignisse über 7.200 Blöcke (20.–21.07.2026) ergab 3.474 Transfers in 2.850 Transaktionen zwischen 1.826 Adressen, mit 9.152.012.450.015 bewegten PEPE oder 2,18 % der Gesamtmenge [Q22]. Etwas anderes kann der Vertrag nicht.

4. Tokenomics: Wem gehört der Token, was ist er wert(los)?

4.1 Die Genesis in zweieinhalb Stunden

Am 14.04.2023 um 14:51:35 UTC wurden in Block 17.046.105 einmalig 420.690.000.000.000 PEPE geprägt (Definition Mint: das Erzeugen neuer Token-Einheiten aus dem Nichts) und dem Deployer (Definition: die Adresse, von der aus ein Smart Contract erstmals hochgeladen wurde — die technische Geburtsurkunde eines Tokens) 0xfbfeaf0d… gutgeschrieben; das Konstruktor-Argument lautet dekodiert 420,69 Bio. mal 10^18, der Faktor rührt von 18 Decimals (Definition: die Angabe, in wie viele kleinste Einheiten ein Token teilbar ist; deshalb sehen Rohzahlen auf Explorern so gewaltig aus) [Q4][Q22]. Danach folgten genau zwei Verteilungen [Q6][Q22]:

Zeitpunkt (UTC) Block Menge Anteil Empfänger
14.04.2023, 16:20:47 17.046.538 29.027.610.000.000 PEPE 6,900000 % 0x92FB5b4F8030103e0b11275c30965d1897ff23E5
14.04.2023, 17:21:11 17.046.833 391.662.390.000.000 PEPE 93,100000 % Uniswap-V2-Paar 0xA43fe16908251ee70EF74718545e4FE6C5cCEc9f

Die von CoinMarketCap verbreitete Aufteilung ist damit primärquellenbelegt und nicht bloß Selbstauskunft [Q6][Q54]. Es gab keine dritte Zuteilung: kein ICO, kein Presale, keine Investorenrunde, kein Airdrop, kein Vesting (Definition: ein Zeitplan, nach dem gesperrte Token von Team und Investoren schrittweise freigegeben werden; solche Freigaben bringen typischerweise zusätzliches Verkaufsangebot) [Q16][Q21]. Der gesamte Verwässerungsdruck lag am ersten Tag — es steht kein einziger Unlock-Termin bevor. FDV (Definition: „Fully Diluted Valuation", Kurs mal maximal mögliche Menge) und Marktkapitalisierung (Definition: Kurs mal umlaufende Menge — eine rechnerische Größe, kein Geld, das im Projekt steckt) sind deshalb identisch, das Verhältnis beträgt exakt 1,00 [Q46][Q51].

Bemerkenswert ist die Größenordnung der Startliquidität: Gegen 93,1 % der Menge standen nur 2,0 ETH, rückgerechnet aus der Menge der ausgegebenen LP-Token und bestätigt durch den Parameter amountETHMin = 2000000000000000000 [Q24]. Bei einem ETH-Kurs von rund 2.100 USD entsprach das etwa 4.200 USD. Die heutigen 1,2 Mrd. USD Bewertung sind vollständig aus dem Kaufdruck am Automated Market Maker entstanden (Definition: eine dezentrale Börse wie Uniswap führt keine Käufer und Verkäufer zusammen, sondern hält einen Topf aus zwei Vermögenswerten; der Preis ergibt sich rechnerisch aus dem Mengenverhältnis).

4.2 „LP verbrannt" stimmt — aber anders als beworben

Die Website wirbt mit „LP tokens are burnt" [Q82]. Gemeint sind LP-Token (Definition: der Anteilsschein für Kapital, das jemand in einen Liquiditätstopf eingelegt hat; wer sie besitzt, kann das Kapital wieder herausziehen). Sie an eine schlüssellose Adresse zu schicken, ist der übliche Vertrauensbeweis gegen einen Rug Pull (Definition: ein Betrugsmuster, bei dem Projektbetreiber die Handelsliquidität oder ihre Bestände plötzlich abziehen und verkaufen, sodass der Kurs zusammenbricht).

Tatsächlich überwies der Deployer am 14.04.2023 um 20:37:23 UTC alle 27.987.939,902751 LP-Token nicht an eine Burn-Adresse, sondern an den PEPE-Vertrag selbst [Q26]. Eigene Abfragen bestätigen: Von 28.020.508,562267 ausstehenden LP-Token liegen 99,884 % dort, auf der klassischen Burn-Adresse 0x000…dEaD (Definition: eine bekannte, schlüssellose Adresse, die üblicherweise zum absichtlichen Vernichten von Token dient) nur 0,0091 %, und diese stammen aus einem Transfer Dritter vom 16.05.2023 [Q10][Q22][Q35]. Wirtschaftlich ist das gleichwertig, weil der Vertrag keine Funktion zum Herausbewegen fremder Token enthält und niemand eine nachrüsten kann [Q4]; wer allerdings nur die Standard-Burn-Adressen prüft, findet den Nachweis nicht — GoPlus markiert den Bestand konsequenterweise als is_locked = 0 [Q35]. Und die Zusicherung greift schmaler als sie klingt: Sie betrifft nur den ursprünglichen V2-Topf; die Uniswap-V3- und -V4-Pools gehören einzelnen Anbietern und können jederzeit geleert werden [Q35][Q43].

Ebenfalls wichtig: „93,1 % in Liquidität" heißt nicht, dass 93,1 % dauerhaft gebunden wären. Von ursprünglich 391,66 Bio. PEPE im Topf sind am 21.07.2026 nur noch rund 3,73 Bio. übrig — 0,886 % der Gesamtmenge; der Rest wurde über die Preiskurve herausgekauft [Q12][Q22].

4.3 Das Startfenster: Limits und eine dauerhafte Sperre

Um 19:46:47 UTC setzte der Deployer per setRule(true, pair, 2.524.140.000.000, 841.380.000.000) eine Halte-Obergrenze von 0,6 % und eine Untergrenze von 0,2 % pro Adresse; Archivabfragen (Definition Archiv-Knoten: ein Blockchain-Server, der nicht nur den heutigen, sondern jeden vergangenen Zustand vorhält) bestätigen limited() = true bei Block 17.047.900 und false bei Block 17.047.930 [Q22]. Dazwischen, um 19:54:11 UTC, wurde die Adresse 0xAf2358e98683265cBd3a48509123d390dDf54534 gesperrt [Q25]. Sie hält am 21.07.2026 unverändert 2.519.324.010.963,42 PEPE — 0,599 % oder rund 7,4 Mio. USD [Q22]. Da der Eigentumsverzicht 75 Minuten später erfolgte, kann diese Sperre nie mehr aufgehoben werden; alle Aggregatoren (Definition: Datendienste wie CoinGecko oder CoinMarketCap, die Kurse und Mengen aus vielen Quellen zusammenrechnen und dabei teils ungeprüfte Meldungen übernehmen) zählen den Bestand weiterhin als umlaufend [Q46][Q54].

4.4 Der einzige nennenswerte Burn — und was er nicht ist

Am 23.10.2023 um 23:32:23 UTC gingen in Block 18.416.268 exakt 6.900.000.000.000 PEPE an 0x000…dEaD [Q29]. Die Burn-Adresse hält heute 6.917.426.558.171,43 PEPE oder 1,6443 % der Menge — die Einzelaktion macht 99,75 % davon aus, alles Weitere sind Kleinbeträge einzelner Nutzer [Q22][Q35].

Entscheidend ist die technische Unterscheidung: Transfers an 0x…dEaD verringern die Gesamtmenge nicht, sie machen Token nur unbeweglich. Echt vernichtet wurde über die öffentliche burn()-Funktion seit dem Start nur 100.353.557,46 PEPE — 0,0000239 % in gut drei Jahren [Q22]. Einen automatischen Burn-Mechanismus, wie ihn CoinMarketCap beschreibt, gibt es nicht; „deflationär" trifft auf diesen Token nicht zu [Q4][Q54]. Damit ist auch das in Community-Beiträgen kursierende Narrativ einer „community-driven burn initiative" mit Zielmarken im Milliardenbereich on-chain widerlegt — die Quelle ist ein werblicher Prognoseartikel, der sich auf nutzergenerierte Beiträge stützt [Q22][Q111].

4.5 Zwei Aggregatoren, zwei Mengen, 20 Mio. USD Unterschied

CoinGecko meldet circulating_supply = total_supply = max_supply = 420.690.000.000.000, CoinMarketCap rechnet mit 413,77 Bio. [Q46][Q54]. Die Differenz entspricht exakt dem Bestand der Burn-Adresse — CoinMarketCap zieht ihn ab, CoinGecko nicht. Der on-chain gemessene Wert liegt bei 420.689.899.646.442,54, sodass die CoinGecko-Zahl sogar über der tatsächlich existierenden Menge liegt [Q22]. Folge: Marktkapitalisierung und FDV unterscheiden sich je nach Quelle um rund 20 Mio. USD, der Rang um zehn Plätze [Q46][Q54].

4.6 Utility: nachweisbar null

Die ABI (Definition: das Inhaltsverzeichnis eines Smart Contracts — fehlt eine Funktion dort, kann der Vertrag sie nicht ausführen) enthält den ERC-20-Standardumfang plus blacklist, setRule, limited, maxHoldingAmount, minHoldingAmount, uniswapV2Pair, owner, renounceOwnership, transferOwnership und burn — sonst nichts [Q4]. Kein Staking (Definition: das Sperren eigener Token gegen eine laufende Belohnung), keine Governance (Definition: Mitbestimmung, bei der Tokenhalter über Änderungen abstimmen), keine Gebühren- oder Ausschüttungslogik; die von CoinMarketCap behauptete „redistribution system rewarding long-term holders" existiert nicht [Q4][Q54]. Die Frage, ob das Produkt auch ohne Token funktionieren würde, ist nicht beantwortbar, weil es kein vom Token trennbares Produkt gibt.

5. On-Chain-Substanz: Was passiert wirklich auf der Blockchain?

5.1 Der Handel findet fast vollständig woanders statt

Der wichtigste On-Chain-Befund ist ein Missverhältnis. Gemeldet werden für den 21.07.2026 rund 209,4 Mio. USD Tagesumsatz (CoinGecko) beziehungsweise 256,2 Mio. USD (CoinMarketCap); Coinglass zählt nur 56,8 Mio. USD Spot [Q46][Q54][Q55]. Nachprüfbar auf der Blockchain sind über alle Uniswap-Pools zusammen rund 753.000 USD in 24 Stunden — 0,36 % des gemeldeten Werts, ein Verhältnis von etwa 278:1: Uniswap V2 601.702 USD bei 104 Käufen und 221 Verkäufen, Uniswap V3 148.066 USD, Uniswap V4 3.365 USD; eine parallele Abfrage über GeckoTerminal kommt auf 763.000 USD und 274:1 [Q42][Q43].

Die Preisbildung selbst ist konsistent: Aus den Reserven des V2-Paars (3.727.343.497.544,34 PEPE und 5.637,20 WETH) ergibt sich bei einem ETH-Kurs von 1.941,24 USD ein PEPE-Preis von 0,000002936 USD und eine Marktkapitalisierung von rund 1,235 Mrd. USD — deckungsgleich mit Etherscan und CoinGecko [Q12][Q22][Q46]. Was fehlt, ist Tiefe: Der Haupttopf enthält rund 21,9 Mio. USD, alle Pools zusammen rund 24 Mio. USD, also knapp 2 % der Bewertung [Q12][Q43][Q45]. Wer ohne zentrale Börse (Definition: eine CEX wie Binance oder Kraken ist ein Unternehmen, das Kundenguthaben verwaltet und Handel auf eigenen Servern abwickelt — diese Geschäfte stehen nicht in der Blockchain und sind von außen nicht überprüfbar) aussteigen wollte, träfe auf entsprechend hohe Slippage (Definition: die Preisbewegung, die eine große Order selbst auslöst).

5.2 Keine Einnahmen, kein Protokoll

DefiLlama, der übliche Maßstab für hinterlegte Mittel und Protokolleinnahmen, kennt PEPE nur als Preis-Objekt: api.llama.fi/protocol/pepe und .../summary/fees/pepe antworten mit HTTP 400, während coins.llama.fi problemlos einen Kurs liefert [Q44]. Es gibt nichts zu messen — kein TVL (Definition: „Total Value Locked", der Gesamtwert der in einem Protokoll hinterlegten Mittel), keine Fees, keine Revenue. Die einzigen entstehenden Gebühren sind die 0,3 % Uniswap-Handelsgebühr, rechnerisch rund 1.805 USD pro Tag — und sie fließen an fremde Liquiditätsgeber [Q42][Q44]. Die Aktivität ist gemessen an der eigenen Geschichte etwa halbiert: 3.773 Transfers in 24 Stunden gegenüber einem Lebensdurchschnitt von rund 7.656 (9.140.749 Transfers in 1.194 Tagen) — eine eigene Ableitung aus zwei Momentaufnahmen, keine gemessene Zeitreihe [Q1][Q11].

5.3 Halter-Konzentration: hoch, aber überwiegend Börsenverwahrung

Bei rund 569.400 bis 572.400 Halteradressen halten die zehn größten 39,27 %, die zwanzig größten 50,93 %, die fünfzig größten 67,10 % und die hundert größten rund 76,6 % [Q5][Q14][Q22]. Zwei unabhängige Quellen bestätigen die Top-10-Summe auf zwei Nachkommastellen [Q14][Q35].

Rang Adresse / Label Anteil
1 Binance Hot Wallet 20 8,56 %
2 Binance Hot Wallet 7,86 %
3 0x1d48963D… (ohne Label) 6,86 %
4 0x3f9a8345… (ohne Label) 3,62 %
5 OKX Cold Wallet 3,14 %
6 0x15Da7556… (ohne Label) 2,15 %
7 Bithumb 66 2,15 %
8 BtcTurk 14 1,85 %
9 Burn-Adresse 0x…dEaD 1,64 %
10 Crypto.com 26 1,45 %

(Stand 21.07.2026 [Q5][Q14][Q35])

Die Einordnung ist wichtiger als die Zahl. Auf den Rängen 11 bis 50 folgen Bybit, Robinhood, Paribu, Kraken, Gate.io, Revolut, Gemini, Bitpanda, MEXC, Upbit, Bitso und Huobi [Q5]. Es handelt sich also weit überwiegend um Omnibus-Wallets (Definition: Sammeladressen, auf denen eine Börse die Bestände vieler Kunden gemeinsam verwahrt; in Halterlisten erscheinen sie als ein einzelner Großhalter, obwohl Tausende Endnutzer dahinterstehen). Zwei der drei ungelabelten Top-Adressen lassen sich über ihren Zahlungsverkehr wahrscheinlich zuordnen: 0x1d48963D… erhält PEPE ausschließlich aus als „Robinhood" gelabelten Wallets und hält 368.050 ETH bei nur 117 Transaktionen — ein typisches Cold-Wallet-Profil (Definition: Cold Wallets liegen offline und bewegen sich selten, erkennbar an hohen Beständen bei wenigen Transaktionen) —, 0x15Da7556… verkehrt fortlaufend beidseitig mit „Revolut 3" [Q13][Q22]. Ein öffentliches Label vergibt dafür keine der geprüften Quellen.

Auch der US-Börsenprospekt nennt die Konzentration und relativiert sie im selben Atemzug: „as of January 2026, the ten largest PEPE wallet addresses collectively held approximately 41% of the total circulating supply", gefolgt von „11 of the top 15 wallets are designated as wallets belonging to digital asset exchanges … and likely do not represent single entity ownership" [Q69]. Wer nur die 41 % zitiert, verzerrt die eigene Quelle. Der Prospekt weist zugleich in die Gegenrichtung: Einzelne Personen könnten mehrere Wallets kontrollieren, die zusammen ins Gewicht fallen [Q69]. Die Kennzahl ist in beide Richtungen unscharf.

5.4 Der Vorfall vom August 2023 — vollständig rekonstruiert

Die 6,9-%-Adresse war entgegen der verbreiteten Bezeichnung kein Multisig: eth_getCode liefert für 0x92FB5b4F… leeren Code, es ist eine EOA (Definition: „Externally Owned Account", eine gewöhnliche Wallet-Adresse, die von genau einem privaten Schlüssel gesteuert wird) [Q22]. Sie trug den ENS-Namen pepecexwallet.eth (Definition: der Ethereum Name Service erlaubt lesbare Namen statt langer Adressen; wer den Namen besitzt, kann jederzeit ändern, wohin er zeigt) [Q83]. Zwischen dem 18.04. und 04.05.2023 gingen aus ihr rund 2,29 Bio. PEPE (0,54 %) an sechs unbeschriftete Adressen; erst am 04.05.2023 um 21:42:35 UTC wanderten die restlichen 26.741.540.121.214,84 PEPE in ein echtes Gnosis-Safe 0x5BdEA820293689B77FA8e83b1E3D58B27B5ce9BA [Q17][Q22].

Zeitpunkt (UTC) Block Vorgang
24.08.2023, 20:34:23 17.986.971 16.045.176.486.729 PEPE (3,814 %) verlassen den Safe an 0xa34B0919… (Tx 0x97902522…) [Q7][Q27]
24.08.2023, 20:35–20:38 Aufteilung auf vier Adressen: 8,50 Bio., 6,70 Bio., 445,18 Mrd. (Label „ByBit Deposit"), 400,00 Mrd. [Q8]
24.08.2023, 20:37 17.986.988 ChangedThreshold auf 2 — drei Minuten nach dem Abfluss (Tx 0xdae4224f…) [Q22][Q28]
26.08.2023, 03:40:59 / 03:43:47 42.069,42069 PEPE (Testbetrag) und 10.696.784.282.417 PEPE (2,543 %) an 0x9f5E46E4… [Q7][Q22]

Die Summe der Abflüsse entspricht exakt dem Zufluss vom 04.05.2023; der Safe hält seither 0 PEPE [Q7][Q22]. Die 8,50-Bio.- und die 6,70-Bio.-Tranche gingen jeweils in einer einzigen Weiterleitung an Adressen mit den Etherscan-Labels „OKX" und „Binance 14" — ein für Börsen-Einzahlungen typisches Muster; die Zuordnung stützt sich auf kuratierte Labels, nicht auf Bestätigungen der Börsen [Q22].

Zwei verbreitete Darstellungen halten der Prüfung nicht stand. Erstens verließ kein einziger Mitunterzeichner das Safe: Ein vollständiger Log-Scan von Block 16.000.000 bis 25.580.519 findet kein AddedOwner- und kein RemovedOwner-Ereignis, dafür genau ein ChangedThreshold; eine historische Abfrage bei Block 17.985.280 liefert dieselben acht Mitunterzeichner bei einer Schwelle von 5, heute liegt sie bei 2 von 8 [Q22][Q30]. Die Macht wurde nicht durch Ausscheiden verschoben, sondern durch Absenken der Hürde. Zweitens ist die Version „3 von 5 Signern" von keiner Quelle gedeckt — das Projekt selbst schrieb „3/4 signers … reduced to 2/8 wallets" (in sich widersprüchlich), Fachmedien berichteten „5/8 auf 2/8" [Q85][Q90][Q91].

Die einzige Primärdarstellung der Personenseite stammt vom Projekt-Account selbst: Drei Ex-Teammitglieder hätten „16 Trillion / 60% of the 26 trillion multi-sig tokens" gestohlen, an Börsen geschickt, sich anschließend selbst aus dem Multisig entfernt und ihre Konten gelöscht [Q85]. Der Verfasser ist anonym und zugleich Alleinbegünstigter der verbliebenen Mittel; alle Medienberichte gehen auf dieselbe Aussage zurück [Q90][Q91]. Unabhängig davon bestätigt die SEC-Registrierungserklärung von 2026 den Sachverhalt in eigenen Worten: „In August 2023, three (now former) team members accessed the CEX Wallet and transferred approximately 16 trillion tokens, or 3.8% of the total supply, to exchanges intending to sell such tokens. … On October 24, 2023, the remaining founder executed a voluntary burn of approximately 6.9 trillion tokens" [Q69].

5.5 Was heute noch projektnah erkennbar ist

Aus der Nachfolge-EOA 0x9f5E46E4… flossen nach dem Burn weitere Beträge ab: 27.10.2023 rund 152,86 Mrd. PEPE in den V3-Pool und 16,95 Mrd. in den V2-Pool, 20.11.2023 rund 418,41 Mrd. an eine „Binance: Deposit Address", am 22.12.2023 schließlich 3.208.567.110.368 PEPE (0,76 %) an ein neues Safe 0x310039f661E9fBD3518D2820221eD135fC99cBdD [Q9][Q18]. Diese Adresse hält am 21.07.2026 noch 2.124.739.408.495 PEPE — 0,505 % oder rund 6,2 Mio. USD — bei einer Schwelle von 3 von 4 und einer Nonce von 41 (Definition: ein fortlaufender Zähler ausgeführter Transaktionen; eine hohe Nonce bedeutet laufende Nutzung) [Q20][Q31]. Sichtbare Abflüsse zuletzt am 22.12.2025 (42,0 Mrd.), 26.11.2025 (7,78 Mrd.) und 07.09.2025 (10,22 Mrd.), alle an unbeschriftete Adressen; am 27.05.2024 gingen 6,08 Mrd. PEPE an einen der vier eigenen Mitunterzeichner [Q20].

Das SEC-Dokument spricht davon, rund 25 % der ursprünglichen Mittel seien noch vorhanden und würden „for administrative costs and promotional campaigns" verwendet [Q69] — das wären rund 6,7 Bio. PEPE, mehr als das Dreifache des on-chain Auffindbaren. Der Widerspruch ließ sich nicht auflösen (Kapitel 12). Daneben existiert ein weiteres, nicht zuordenbares Safe: 0x593f9a120Cd21ef38d4b0E761fA5385fc7D66C96 hält 2.954.095.675.765 PEPE (0,702 %, rund 8,7 Mio. USD) bei einer Schwelle von 1 von 2 — ein Multisig praktisch ohne Mehr-Augen-Schutz, dessen Eigentümer aus keiner geprüften Quelle hervorgeht [Q32].

6. Team, Firma, Finanzierung, Geschichte

Es gibt keine namentlich bekannte Person, keine Gesellschaft, keinen Sitz, keine Registernummer und keinen Emittenten (Definition: die Person oder Firma, die ein Wertpapier oder einen Token herausgibt und rechtlich dafür einsteht) [Q82]. Die Website hat kein Impressum; als einziger Kanal ist der X-Account @pepecoineth verlinkt. Die einzige namentlich genannte Person ist Matt Furie — und zwar in einem Distanzierungshinweis: „$pepe coin has no association with Matt Furie or his creation Pepe the Frog. This token is simply paying homage to a meme we all love and recognize" [Q82].

Die Domain pepe.vip wurde am 30.03.2023 bei NameCheap registriert, also gut zwei Wochen vor dem Start, läuft bis 30.03.2027 und ist über den isländischen Dienst „Withheld for Privacy ehf" anonymisiert; die Nameserver zeigen auf Wix [Q82]. Das belegt Vorbereitung, aber keine Identität.

Eine Finanzierung im klassischen Sinn hat es nie gegeben: kein ICO, kein Presale, keine Risikokapitalrunde, keine Bewertung, kein Zufluss von Investorengeldern (Definition ICO/Presale: Verkaufsverfahren, bei denen Token vor oder beim Start gegen Geld ausgegeben werden, um ein Projekt zu finanzieren) [Q16][Q21]. Der Start war ein Stealth Launch (Definition: eine Veröffentlichung ohne Vorankündigung, Vorverkauf oder Reservierung; sie soll Chancengleichheit signalisieren, verhindert aber nicht, dass automatisierte Erstkäufer in den ersten Blöcken große Anteile einsammeln) [Q82]. Auch die Deployer-Wallet behielt sich nichts: Sie kaufte am Starttag 195,15 Mrd. PEPE (0,046 %) aus dem eigenen Pool zurück und reichte sie drei Tage später weiter; heute hält sie 3.718.337 PEPE, also rund elf Dollar [Q16][Q22]. Die Herkunft ihres Startkapitals ließ sich nicht rekonstruieren — der älteste sichtbare Zufluss stammt vom 27.01.2024 [Q21].

Das Fehlen jeder Struktur hat konkrete Folgen. Es gibt kein Bug-Bounty-Programm und keine KYC-Prüfung des Teams; CertiK bewertet „Operational Resilience" mit 5 % und „Fundamental Health" mit 25 % [Q94]. Wird ein Fehler entdeckt, existiert weder ein belohnter Meldeweg noch ein Ansprechpartner — und wegen des Eigentumsverzichts auch keine Reparaturmöglichkeit. Bei beiden großen Vorfällen des Jahres 2025 vermerkten die berichtenden Medien ausdrücklich, das Team sei nicht erreichbar gewesen [Q86][Q87].

Eine Zeitleiste der belegten Ereignisse:

7. Ökosystem und Partnerschaften: belegt vs. behauptet

7.1 Die gelöschte Roadmap

Die heutige Website kennt drei inhaltsleere Phasen — „Meme", „Vibe and HODL", „Meme Takeover" — und bestreitet zugleich, eine Roadmap zu haben [Q82]. Das war nicht immer so. Der Archivstand vom 01.05.2023 zeigt eine detaillierte Planung: Phase 1 mit Aggregator-Listings, 1.000+ Haltern und Twitter-Trending; Phase 2 mit „Community Partnerships", dem Newsletter „Pepe Times", der token-gated Discord-Gruppe „Pepe Palace" (Definition: ein Chat-Bereich, zu dem nur Zugang erhält, wer eine bestimmte Token-Menge nachweist), CEX-Listings und 10.000+ Haltern; Phase 3 mit „Pepe merch", „Pepe Academy", „Pepe Tools", Tier-1-Listings und 100.000+ Haltern. Derselbe Stand nennt die Aufteilung 93,1 / 6,9 und wirbt damit, die Multisig-Wallet sei „easily trackable with the ENS name pepecexwallet.eth" [Q83].

Eine Textsuche in den Archivständen zeigt, wann all das verschwand: Die Stände vom 03.08. und 02.09.2023 enthalten „Pepe Palace", „Pepe Academy", „Community Partnerships", „pepecexwallet" und zweimal „93.1"; im Stand vom 01.10.2023 sind sämtliche Begriffe auf null Treffer gefallen [Q83][Q84]. Die Löschung fiel in die fünf Wochen nach dem Multisig-Vorfall.

Der Abgleich „angekündigt gegen geliefert" fällt eindeutig aus. Geliefert wurden ausschließlich marktseitige Ziele: Aggregator-Listings, alle drei Halter-Marken und die Tier-1-Börsen — der Website-Stand vom 07.01.2024 zeigte noch Gemini, KuCoin, Huobi, Bitget und BingX, jener vom 13.01.2025 bereits die heutige Reihe mit Robinhood, Coinbase, Binance, Crypto.com, Kraken, Revolut, Bybit und Upbit [Q1][Q83]. Produktseitig wurde nichts geliefert: Die Subdomains shop., merch., academy., times., palace., tools. und app.pepe.vip haben keinen DNS-Eintrag, und die Live-Seite verlinkt weder Discord noch Telegram noch Newsletter noch Shop [Q82].

7.2 Listings sind keine Partnerschaften

Die neun Logos auf pepe.vip führen auf Anbieterseiten von Robinhood, Coinbase, Binance, Crypto.com, Kraken, Revolut, Bybit, Upbit und Uniswap; eine eigene HTTP-Prüfung ergab überwiegend erreichbare Seiten [Q82]. Ein Listing (Definition: die Aufnahme eines Tokens in den Handel einer Börse) ist jedoch eine einseitige Entscheidung des Handelsplatzes, keine Kooperation und keine Qualitätsprüfung. Eine Marken-, Zahlungs-, Spiele- oder Sportpartnerschaft wird weder behauptet noch belegt.

Zwei Anknüpfungspunkte an die reguläre Infrastruktur sind dennoch verifizierbar. Erstens ist PEPE im Quellcode der offiziellen Uniswap-Oberfläche als kuratierter Token hinterlegt (Repository Uniswap/interface, Datei approvedTokens.ts) [Q95]. Zweitens veröffentlichen zwei regulierte Anbieter MiCA-Nachhaltigkeitsangaben für „Pepe": die BaFin-beaufsichtigte Hyphe Markets GmbH (117,27556 kWh/Jahr, Prüfstand 01.07.2026) und Coinbase Luxembourg S.A. (292,22728 kWh/Jahr, Prüfstand 27.06.2025) [Q80][Q81]. Solche Offenlegungen sind nur für tatsächlich angebotene Kryptowerte zu erstellen — ein starkes Indiz für ein EWR-Angebot. Der DeFi-Fußabdruck bleibt dünn: Uniswap V2 21.836.278 USD, V3 1.866.640 USD, V4 187.527 USD, zusammen knapp 2 % der Marktkapitalisierung, und in keinem Lending-, Staking- oder Restaking-Protokoll taucht PEPE auf [Q45][Q46].

7.3 Institutionelle Produkte — ohne Zutun des Projekts

Seit dem 24.09.2025 existiert ein reguliertes Börsenprodukt: Valour Inc. und Valour Digital Securities Limited, Töchter von DeFi Technologies Inc., listeten dreizehn neue SEK-denominierte ETPs am schwedischen Spotlight Stock Market, darunter das „Valour PEPE (PEPE) SEK ETP" mit der ISIN CH1108681615 (Definition ISIN: die internationale zwölfstellige Kennnummer eines Wertpapiers) — belegt durch die Pressemitteilung des Emittenten als Anlage zu einem SEC-Formular 6-K [Q72].

Seit dem 08.04.2026 liegt außerdem ein Antrag für einen US-Spot-ETF vor (Definition: ein börsengehandelter Fonds, der den Basiswert tatsächlich hält; Anleger kaufen Anteile über ihr Depot). Der „Canary PEPE ETF" ist ein Delaware-Trust mit Sponsor Canary Capital Group LLC, Trustee CSC Delaware Trust Company und Transfer Agent U.S. Bancorp Fund Services [Q69]. Das Verfahren steht still: Die EDGAR-Einreichungsliste (Definition: EDGAR ist die öffentliche Dokumentendatenbank der SEC; jede Einreichung ist dort mit Datum und Aktenzeichen nachprüfbar) enthält für CIK 0002109686 genau einen Eintrag — kein S-1/A, kein Formular 8-A (Definition: die separate Einreichung, mit der die Zulassung zum Handel an einer konkreten Börse beantragt wird; ohne sie ist ein Fonds nicht handelbar) [Q70]. Im Prospekt sind Verwaltungsgebühr, Verwahrstelle, Preis-Referenz und Listing-Börse buchstäblich als Leerstellen gelassen: „an annual fee of _%", „_____ (the 'Custodian')" [Q69]. Ein S-1 (Definition: der Registrierungsantrag bei der SEC — eine Einreichung ist keine Genehmigung) in diesem Zustand ist ein Rohentwurf. Zum Reifegradvergleich: Für Dogecoin existieren drei konkurrierende Anträge mit zahlreichen Nachträgen, für dogwifhat und FLOKI kein einziger, für Shiba Inu nur Nennungen in Sammelprodukten [Q71].

7.4 Das Klon-Umfeld

Rund um den Namen existiert ein erhebliches Verwechslungsrisiko: PepeCoin (Ticker PEPECOIN, CoinGecko-ID pepecoin-2), laut CoinGecko im März 2016 auf eigener Blockchain gestartet und später zu Ethereum migriert (Vertrag 0xa9e8acf0…, Rang rund 1.468); Pepecoin (PEP), eine eigenständige Proof-of-Work-Blockchain; zwei verschiedene Solana-Mints (Definition Mint: auf Solana die eindeutige Adresse, die einen Token definiert — das Gegenstück zur Vertragsadresse bei Ethereum), die beide unter dem Symbol PEPE mit nennenswerter Liquidität handeln; sowie Baby Pepe, Pepe 2.0, Pepe Unchained und PepeFork [Q45][Q52]. „Rare Pepe" bezeichnet ein historisches NFT-Projekt von 2016 bis 2018 und ist kein ERC-20-Token [Q97]. Die Gefahr ist sogar im ESMA-Register angelegt, wo neben dem hier untersuchten Token zwei „PepeCoin"-Einträge irischer Anbieter mit eigenen Kennnummern stehen [Q73]. Nur Vertragsadresse oder DTI identifizieren einen Token eindeutig, nicht der Name.

8. Markt- und Hype-Historie

8.1 Wo der Kurs heute steht

Am 21.07.2026 notiert PEPE bei 0,00000290 bis 0,00000295 USD mit 1,22 bis 1,24 Mrd. USD Marktkapitalisierung [Q46]. Das Allzeithoch (Definition: der höchste je erreichte Kurs; der Abstand zeigt, wie viel Wert seit dem Höchststand verloren ging) liegt bei 0,00002803 USD (CoinGecko), 0,00002825 USD (CoinMarketCap) beziehungsweise 0,00002836 USDT (Binance-Tageshoch) — alle drei am 09.12.2024, Abstand je nach Bezugsgröße 89,6 bis 89,7 % [Q46][Q54][Q56]. Die gelegentlich zitierte Zahl 0,00002368 USD lässt sich keiner Primärquelle zuordnen; der US-Prospekt nennt „approximately $0.00002824" [Q69].

Das Allzeittief liegt bei 0,000000055142 USD am 18.04.2023, vier Tage nach dem Start (auf Binance, wo der Handel erst am 05.05.2023 begann, bei 0,0000006 USDT am 17.09.2023) [Q46][Q56]. Zwölf-Monats-Bilanz: von 0,000014183 USD und 5,970 Mrd. USD am 22.07.2025 auf 0,0000029457 USD und 1,239 Mrd. USD — minus 79,2 % [Q49]. Am 26.06.2026 fiel die Marktkapitalisierung mit 989,6 Mio. USD erstmals unter eine Milliarde; das lokale Hoch davor lag am 11.05.2026 bei 1,858 Mrd. USD, ein Rückgang um 46,7 % in sechs Wochen [Q50]. Die Binance-Historie datiert das Mai-Hoch auf den 10.05.2026 (0,00000459 gegen 0,00000443 USDT am Folgetag) — eine typische Abweichung zwischen Börsenzeitzone und Aggregator-Index; ein auffälliges Ereignis ist an keinem der beiden Tage aus den Handelsdaten ableitbar [Q56]. Seit Jahresbeginn 2026 steht ein Minus von 40,9 %; an 1.084 von 1.174 Handelstagen (92,3 %) schloss der Kurs unter der Hälfte des jeweiligen Allzeithochs, und seit dem 09.12.2024 sind 589 Tage ohne neues Hoch vergangen [Q56].

8.2 Alle Hype-Wellen waren Listing-Ereignisse

Binance, 05.05.2023. Binance kündigte FLOKI und PEPE gemeinsam für die Innovation Zone an (Definition: eine Warnkategorie für besonders riskante oder junge Token, für die Kunden meist ein Risiko-Quiz bestehen müssen) und lockte mit Null-Maker-Gebühren auf PEPE/TUSD. Der Kurs stieg um über 100 %, die Marktkapitalisierung erreichte nach Sekundärquellen 1,6 bis 1,82 Mrd. USD und fiel bis Mitte Mai auf 637,8 Mio. USD [Q59].

Robinhood und Coinbase, 13.11.2024. Robinhood legte vor, rund eine Stunde später erklärte Coinbase, PEPE „to our listing roadmap with the goal of listing later today" aufzunehmen; der Kurs sprang über 50 % auf ein damals neues Allzeithoch von über 0,000019 USD [Q92]. Der Tag ist zugleich der umsatzstärkste der gesamten Binance-Historie mit 3,88 Mrd. USDT und 11,66 Mio. Trades — das Volumenmaximum ging dem Preismaximum um knapp vier Wochen voraus [Q56].

Upbit, 14.11.2024. Der koreanische Handelsstart brachte in drei Stunden über 70 Mrd. Won (rund 49,9 Mio. USD) Umsatz [Q93]. Heute machen die koreanischen Paare (Definition KRW-Paar: ein Handelspaar gegen den südkoreanischen Won, Gradmesser für die Nachfrage koreanischer Privatanleger) zusammen nur noch rund 2,15 Mio. USD und liegen nicht mehr unter den zwanzig größten Handelsplätzen [Q48]. Die Nachfrage, die 2024 das Allzeithoch mittrug, ist praktisch verdampft.

Am ATH-Tag selbst wurden auf Binance 2,18 Mrd. USDT in 9,94 Mio. Trades umgesetzt; die Marktkapitalisierung lag laut Sekundärquellen bei rund 11 Mrd. USD und der Rang unter den zwanzig größten Kryptowährungen [Q56][Q93]. Am 20.07.2025 entfernte Binance den Seed Tag (Definition: ein Warnkennzeichen für Token mit sehr frühem Entwicklungsstand oder erhöhtem Risiko) — bemerkenswerterweise begann genau ab da der 79-prozentige Zwölf-Monats-Verfall, ohne dass ein Zusammenhang belegbar wäre [Q60].

8.3 Die auffällige Volumenstruktur

Auf Binance entfallen nur 12,1 % der gemeldeten Volumina. Die größten Paare am 21.07.2026: Binance PEPE/USDT 25,37 Mio. USD, BVOX 23,79 Mio., BTCC 12,43 Mio., OKX 11,21 Mio., BitMart 8,62 Mio., WhiteBIT 8,12 Mio., Gate 7,55 Mio., XT.COM 7,44 Mio., Toobit 7,25 Mio., Poloniex 6,33 Mio.; auf der Website stand kurz darauf sogar FameEX mit 30,2 Mio. USD auf Platz 1 [Q47][Q48]. Von den zwanzig größten Paaren entfallen nur 35,8 % auf Binance, OKX, Bybit, KuCoin und Gate — 64,2 % auf Plattformen der zweiten Reihe (Definition Tier-1/Tier-2: umgangssprachliche Einteilung in große, meist regulierte Handelsplätze und kleinere, weniger überprüfte, deren gemeldete Zahlen als weniger verlässlich gelten) [Q48].

Mehrere melden Volumen, das zu ihrer Orderbuchtiefe in keinem plausiblen Verhältnis steht (Definition 2-%-Tiefe: der Geldbetrag, der nötig wäre, um den Kurs um zwei Prozent zu bewegen — je kleiner, desto dünner der Markt): Poloniex das 222-fache seiner Kauf-Tiefe, KuCoin das 51-fache, Binance das 45-fache, XT.COM das 22-fache; BVOX weist 16,59 Mio. USD Kauf-Tiefe gegen nur 927.051 USD Verkauf-Tiefe aus [Q48]. Das ist ein Auffälligkeitsbefund, kein Beweis für Wash Trading (Definition: vorgetäuschter Handel, bei dem dieselbe Partei zugleich kauft und verkauft, um Volumen und Interesse größer erscheinen zu lassen). Erschwerend fehlt das übliche Sortiersignal: CoinGecko liefert für sämtliche 109 und mehr Handelspaare trust_score = null (Definition: die Qualitätsampel, die einschätzen soll, wie glaubwürdig das gemeldete Volumen eines Paares ist) — zwei getrennte Abrufe, kein einziges grün, gelb oder rot [Q48].

Wir haben versucht, die publizierte Prüfmethodik anzuwenden. Für Binance sind Einzelgeschäfte frei abrufbar; eine Stichprobe von 1.000 Trades ergab ein Rundzahl-Clustering (Definition: menschliche Händler ordern auffällig oft glatte Stückzahlen; automatisierte Scheingeschäfte erzeugen dagegen zufällig gestreute Größen) von 4,20 % bei Vielfachen von 1.000 [Q57]. Ein Benford-Test (Definition: eine empirische Regel, nach der in natürlich gewachsenen Zahlenreihen die erste signifikante Ziffer ungleich verteilt ist — die 1 in rund 30,1 %, die 9 in 4,6 % der Fälle) zeigte eine starke Abweichung, ist auf dieser Datenbasis aber ausdrücklich nicht aussagekräftig: Ein Ein-Stunden-Fenster eines einzelnen Handelspaars erfüllt die nötige Streuung über mehrere Größenordnungen nicht [Q57]. Für die eigentlich verdächtigen Plattformen fehlen die Rohdaten vollständig (Kapitel 12). Zur Einordnung: Die Referenzstudie von Cong, Li, Tang und Yang schätzt den Anteil unechten Volumens auf unregulierten Börsen im Durchschnitt auf über 70 % [Q103].

8.4 Hebelmarkt, Narrative, Aufmerksamkeit

Coinglass meldet 181,08 Mio. USD Open Interest (Definition: der Gesamtwert aller offenen, noch nicht geschlossenen Terminwetten; ein hoher Wert im Verhältnis zur Marktkapitalisierung bedeutet, dass viel geliehenes Geld im Spiel ist) — 14,9 % der Marktkapitalisierung — sowie 350,81 Mio. USD Futures-Volumen gegenüber 56,79 Mio. USD Spot, Faktor 6,2; die Liquidationen (Definition: die zwangsweise Auflösung einer gehebelten Position, wenn der Kurs zu weit gegen den Spekulanten läuft; viele gleichzeitige Liquidationen beschleunigen Kursstürze) lagen bei 404.835 USD [Q55]. Preisbildend wirkt damit vor allem der Terminmarkt.

Drei Narrative bestimmen die Kommunikation — alle mit Einschränkungen. Erstens der ETF-Antrag, der existiert, aber als Rohentwurf ruht [Q69][Q70]. Zweitens das Burn-Narrativ, on-chain widerlegt [Q22][Q111]. Drittens Whale-Meldungen (Definition: „Wal" bezeichnet eine Adresse mit sehr großen Beständen; Meldungen über deren Käufe werden gern als Vertrauenssignal vermarktet) auf affiliate-finanzierten Portalen: Ein Beitrag vom 03.07.2026 spricht von 7,5 Mio. USD Zukäufen und über 183 Bio. gehaltenen PEPE, nennt aber keine einzige Wallet-Adresse und blendet Werbe-Buttons zu vier CFD-Brokern samt eigenem Hinweis „80 % of retail CFD accounts lose money" ein; konkurrierende Portale nennen 23 Bio. beziehungsweise 1,23 Bio. Token [Q112]. Diese Quellen sind werblich; wir führen sie nur an, um das Informationsumfeld zu beschreiben — dasselbe gilt für die 2026 dominierenden Kursprognose-Seiten, die überwiegend von Börsen und deren Partnern stammen [Q113].

Die messbare Aufmerksamkeit spricht eine andere Sprache. Der englische Wikipedia-Artikel „Pepe the Frog" wurde 2023/2024 im Mittel 52.355-mal pro Monat aufgerufen, im ersten Halbjahr 2026 nur noch 35.167 — minus 32,8 %, mit durchgehend fallenden Monatswerten von 41.465 im Januar auf 29.541 im Juni [Q105]. Als Frühindikator taugt die Kurve allerdings nicht: Die Korrelation zu den Monatsschlusskursen beträgt r = 0,262, die der Veränderungsraten r = 0,235, ein Vorlauf ist in keine Richtung erkennbar [Q56][Q105]. Besonders deutlich wird die Entkopplung im Dezember 2024: Im Monat des Allzeithochs lag die Aufmerksamkeit mit 64.755 Aufrufen niedriger als im Mai 2023 (81.021) bei einem damaligen Kurs von 0,00000126 USD. Einschränkend misst der Artikel das Meme, nicht den Token — einen Wikipedia-Eintrag zum Token gibt es nicht, während „Dogwifhat" und „Shiba Inu (cryptocurrency)" eigene haben [Q107].

8.5 Sektorumfeld und Peer-Vergleich

Der gesamte Memecoin-Markt fiel bis zum 21.11.2025 auf 39,4 Mrd. USD — 66,2 % unter das Jahreshoch von 116,7 Mrd. USD vom 5. Januar 2025; PEPE gehörte mit rund 20 % Wochenverlust zu den größten Verlierern [Q89]. Bei einem Token ohne Nutzen gibt es nichts, was solche Abflüsse abfedern könnte. Im direkten Vergleich steht PEPE dennoch nicht schlecht da (CoinGecko, 21.07.2026) [Q51]:

Token Marktkapitalisierung Rang Abstand zum ATH FDV/MCap Umschlag (24h/MCap)
DOGE 11,38 Mrd. USD 11 −90,0 % 1,00 0,05
SHIB 2,52 Mrd. USD 36 −95,0 % 1,00 0,02
PEPE 1,22 Mrd. USD 60 −89,6 % 1,00 0,13
TRUMP 381 Mio. USD 116 −97,8 % 4,21 0,14
BONK 270 Mio. USD 142 −94,6 % 1,00 0,27
FLOKI 206 Mio. USD 165 −93,8 % 1,00 0,06
WIF 153 Mio. USD 198 −96,8 % 1,00 0,15

PEPE hat den geringsten Abstand zum eigenen Rekord, liegt bei der Liquidität im oberen Mittelfeld und trägt — anders als TRUMP mit dem 4,21-fachen ausstehenden Bestand — keinen Freischalt-Überhang. Die Halterbasis ist mit 569.507 Adressen schmaler als bei SHIB (1.678.197), aber breiter als bei FLOKI (98.890) [Q110]. Die realisierte Volatilität (Definition: die aus tatsächlichen Kursen berechnete, annualisierte Schwankungsbreite) beträgt über 365 Tage 97,2 % — mehr als das Doppelte von Bitcoin (43,2 %) und über DOGE (75,9 %) und SHIB (65,5 %), aber unter BONK (103,1 %) und WIF (107,2 %) [Q56]. Als Beimischung bietet der Token keinen Diversifikationsnutzen: Die Korrelation täglicher Renditen liegt bei 0,912 zu SHIB, 0,895 zu DOGE, 0,755 zu Ether und 0,700 zu Bitcoin — und sie ist im letzten Jahr durchweg höher als über die Gesamthistorie [Q56].

8.6 Wie viele Käufer im Minus liegen

Aus den 1.174 Tageskerzen der Binance-Historie lässt sich eine Näherung für die Kostenbasis des Marktes berechnen. Der volumengewichtete Durchschnittspreis (Definition: der über die gesamte Handelshistorie mit dem Tagesumsatz gewichtete Durchschnittskurs; er nähert an, zu welchem Preis der Markt im Mittel eingestiegen ist) liegt bei 0,000011657 USDT gegenüber aktuell 0,00000290 — der Markt liegt im Mittel 75,1 % im Minus [Q56]. Von kumuliert 222,9 Mrd. USDT Umsatz fanden 94,5 % oberhalb des heutigen Kurses statt (nach Jahren: 4,7 % für 2023, 98,5 % für 2024, 100,0 % für 2025, 90,3 % für 2026); an 833 von 1.174 Tagen lag der Schlusskurs über dem heutigen Niveau [Q56]. Methodischer Vorbehalt: Das ist ein Volumen-Proxy, kein On-Chain-Kostenbasis-Modell — Mehrfachumschläge zählen mehrfach, und gemessen wird Volumen, nicht die Zahl der Personen. Als Größenordnung ist der Befund belastbar und ausschließlich aus Primärdaten abgeleitet.

9. Risiken und rote Flaggen

Das Projekt selbst nennt den Token wertlos. Der wichtigste Risikohinweis steht in der eigenen Werbung: „$PEPE is a meme coin with no intrinsic value or expectation of financial return. There is no formal team or roadmap. the coin is completely useless and for entertainment purposes only" [Q82]. Als werbliche Selbstdarstellung ist die Seite niedrig zu gewichten — als Eingeständnis ist dieser Satz belastbar.

Kein Emittent, kein Adressat, kein Rechtsweg. Kein Impressum, keine Gesellschaft, keine Person; bei beiden Vorfällen des Jahres 2025 war das Team für Medien nicht erreichbar [Q86][Q87]. Zivilrechtliche Ansprüche hätten keinen Beklagten — das Fehlen jeder Klage gegen PEPE ist deshalb kein Entlastungsbeweis, sondern eher ein Hinweis darauf, dass es niemanden zu belangen gibt.

Der schwerste dokumentierte Sicherheitsvorfall traf nicht den Vertrag, sondern die Website. Am 04.12.2025 wurde pepe.vip kompromittiert und leitete Besucher auf eine gefälschte Seite um, die Wallets über den „Inferno Drainer" leerräumte (Definition Drainer: Schadsoftware auf gekaperten Webseiten, die Nutzer zur Freigabe ihrer Wallet verleitet und dann deren Guthaben abräumt; Definition Front-End-Angriff: ein Angriff nicht auf die Blockchain, sondern auf die Website davor — die Programme bleiben unversehrt, doch Besucher unterschreiben unbemerkt schädliche Transaktionen). Blockaid wird zitiert mit „This is a front-end compromise, where users are redirected to a fake site that injects malicious code to drain wallets"; Schadenshöhe und Opferzahl wurden nie genannt, eine Stellungnahme gibt es bis heute nicht [Q86]. Ein unveränderlicher Vertrag schützt gegen diese Angriffsart nicht.

Der „Fair Launch" ist bestritten. Am 11.12.2025 warf Bubblemaps dem Start vor, rund 30 % der Menge seien gebündelt gewesen und hätten am Folgetag für rund 2 Mio. USD verkauft (Definition Bundling/Sniping: eine Technik, bei der jemand in derselben oder unmittelbar folgenden Transaktion mit vielen Wallets gleichzeitig kauft, um heimlich einen großen Anteil zu bekommen; nach außen sieht es wie viele unabhängige Käufer aus) [Q87]. Der Vorwurf betrifft Käufer-Wallets der ersten Minuten, nicht die on-chain belegte 93,1/6,9-Aufteilung — beides darf nicht vermengt werden. Die Originaluntersuchung war nicht zugänglich, ein Dementi existiert nicht.

Nur Ethereum ist eigentümerlos. Auf den drei Brücken-Ketten bestehen lebendige Prägerechte unter anonymer Multisig-Kontrolle, und die offizielle Brücken-Seite ist tot [Q22][Q34][Q36][Q82]. Ein bislang nirgends verknüpfter Befund verschärft das: Die acht Mitunterzeichner des BSC-Safes sind adressgleich mit jenen der historischen PEPE-Projektkasse auf Ethereum [Q30][Q33]. Es handelt sich nicht um zwei unabhängige Gruppen, sondern um denselben Schlüsselkreis — jenen, aus dem im August 2023 die gesamte Kasse abfloss.

Weitere Struktur- und Marktrisiken. Die Liquiditätszusage greift nur für den ursprünglichen V2-Topf [Q35][Q43]. Das einzige Audit kam spät, deckte 30,67 % des Codes ab, sein schwerster Befund lautete „Centralization", der Bericht ist nicht abrufbar, und es gibt weder Team-KYC noch Bug-Bounty; CertiK bewertet „Operational Resilience" mit 5 % [Q94]. Volumen und Liquidität sind fragwürdig (Faktor 278, fehlende Trust Scores) — selbst der eigene ETF-Prospekt warnt: „Spot markets on which PEPE trades are relatively new and largely unregulated … may be more exposed to fraud, market manipulation and security breaches" [Q42][Q48][Q69]. Und 181,08 Mio. USD Open Interest bei 1,22 Mrd. USD Marktkapitalisierung bedeuten erhebliches Potenzial für Liquidationskaskaden [Q55].

Immaterialgüterrecht und Reputation. Der gesamte Wert hängt an einer Figur, die Matt Furie 2005 im Comic „Boy's Club" schuf und deren Rechte er mehrfach vor US-Bundesgerichten durchgesetzt hat: Furie v. Logsdon (W.D. Missouri, 4:17-cv-00828, 2017/2018) und Matt Furie v. Infowars, LLC (C.D. California, 2:18-cv-01830, 2018/2019), beide als „820 Copyright" aktenkundig (Definition Nature of Suit: der dreistellige Code, mit dem US-Bundesgerichte den Streitgegenstand erfassen — 820 kennzeichnet Urheberrechtsstreitigkeiten) [Q97][Q99]. Furie ist zudem selbst im Krypto-Bereich aktiv: Ein Käufer verklagte ihn, Chain/Saw LLC und PegzDAO auf über 507.000 USD, weil ein für 537.084 USD ersteigertes Pepe-NFT nach der Gratis-Ausgabe von 46 identischen Stücken unter 30.000 USD wert gewesen sei; die Beklagten bestritten sämtliche Vorwürfe, das Verfahren endete am 22.08.2022 durch gemeinsamen Abweisungsantrag mit Präjudiz (Definition: eine endgültige Beendigung, nach der dieselbe Klage nicht erneut erhoben werden kann — beantragen beide Seiten sie gemeinsam, ist das typischerweise die Umsetzung eines Vergleichs, kein Schuldeingeständnis) [Q100][Q101]. Parallel führt die Anti-Defamation League Pepe the Frog seit dem 27.09.2016 in ihrer Hate-Symbols-Datenbank, betont dort aber ausdrücklich: „The majority of uses of Pepe the Frog have been, and continue to be, non-bigoted" [Q98]. Ein Verfahren gegen den Token selbst haben wir nicht gefunden; pepe.vip distanziert sich vorsorglich von Furie [Q82]. Bemerkenswert: Der US-Prospekt enthält die Wörter „Furie", „copyright", „Anti-Defamation", „ADL" und „hate" kein einziges Mal, während „wash trading" achtmal und „concentration" neunmal vorkommen [Q69].

Markenrechtlich ist der Name fremdbelegt. Eine Abfrage der Registerdatenbank TMview (Definition: die vom EUIPO betriebene Recherchedatenbank, die die amtlichen Markenregister zahlreicher Ämter zusammenführt) ergibt 9.522 Einträge mit dem Bestandteil „PEPE" und 107 exakte Treffer allein bei EUIPO und DPMA; dominierende Inhaberin ist die Pepe-Jeans-Gruppe, die mit EUIPO-Marke 005403191 auch die für Software einschlägige Nizza-Klasse 9 hält (Definition Nizza-Klassifikation: das internationale System, das Waren und Dienstleistungen für Markenanmeldungen in 45 Klassen einteilt) [Q102]. Für den Token oder Matt Furie ist in den geprüften Trefferlisten keine Marke auffindbar.

Kein akutes Delisting-Signal. PEPE wird auf Binance regulär geführt, ohne Monitoring- oder Seed-Tag; laufende Transfers zu Coinbase, Gemini, Bybit, CoinEx und Indodax sind on-chain sichtbar [Q58]. Das entkräftet die kurzfristige Sorge, sagt aber nichts über künftige regulatorische Entscheidungen (Definition Delisting: die Streichung eines Tokens vom Handel einer Börse; sie trifft Anleger hart, weil Verkaufsmöglichkeiten und Liquidität wegfallen).

10. Deutschland-Cockpit: MiCA, BaFin, Kaufwege, Steuern

10.1 MiCA: zwei Whitepaper — keines vom Projekt

MiCA (Definition: die EU-Verordnung „Markets in Crypto-Assets", Verordnung (EU) 2023/1114, die seit 2024/2025 einheitliche Regeln für Kryptowerte in Europa setzt — unter anderem eine Pflicht zum Krypto-Whitepaper) verlangt für in der EU angebotene Kryptowerte ein Informationsdokument mit Mindestangaben zu Anbieter, Rechten und Risiken. Für PEPE existieren zwei solche Dokumente im ESMA-Register (Definition: das öffentliche Verzeichnis der europäischen Wertpapieraufsicht, in dem alle angezeigten Whitepaper und alle zugelassenen Krypto-Dienstleister gelistet sind) — beide von Dritten [Q73]: LCX AG (Liechtenstein, Behörde FMA, LEI 529900SN07Z6RTX8R418 — Definition LEI: eine weltweit eindeutige 20-stellige Kennnummer für Unternehmen im Finanzverkehr), Registerkommentar „Admission to trading of PEPE", Stand 12.09.2025; sowie die Crypto Risk Metrics GmbH (Hamburg, Behörde BaFin, LEI 39120077M9TG0O1FE242), notifiziert für 30 EWR-Staaten einschließlich Deutschland, mit den Kennnummern FFG-DTI J41R6PF81 und DTI N4V1RMPST (Definition DTI: eine genormte Kennnummer für einen konkreten Kryptowert, vergleichbar der ISIN bei Aktien; sie unterscheidet gleichnamige Token eindeutig), Stand 02.07.2026.

Das zweite, für Deutschland maßgebliche Dokument ist am 21.07.2026 nicht lesbar: Die Seite zeigt nur den Hinweis, sie werde „after the expiration of the period prescribed in Article 8" verfügbar (Definition Artikel 8 MiCA: die Vorschrift, nach der ein angezeigtes Whitepaper erst zu einem im Dokument festgelegten Zeitpunkt veröffentlicht werden muss) [Q76]. Die Firma hat 119 von 142 der über die BaFin notifizierten Whitepaper dieser Kategorie eingereicht und ist selbst kein zugelassener Kryptowerte-Dienstleister.

Entscheidend ist die Grenze dieser Register: ESMA schreibt ausdrücklich, die gelisteten Whitepaper seien „not been reviewed or approved by any competent authority in any Member State of the European Union" — ein Eintrag ist eine Registrierung, kein Gütesiegel [Q74].

Zum Inhalt des einzigen abrufbaren Dokuments ist Vorsicht geboten: Die Rechercheangaben (darunter „no formal legal issuer entity for PEPE", die Einstufung als „Other crypto-asset", das Fehlen jeder Vertragsadresse) sind nicht unabhängig verifizierbar. Wir haben das PDF heruntergeladen; die Textextraktion scheiterte an eingebetteten Schriftdaten, sämtliche Suchbegriffe ergaben null Treffer, und die Metadaten weisen 8 statt der berichteten 38 Seiten aus [Q75]. Entweder wurde das Dokument ersetzt, oder eine der Angaben ist falsch. Ebenfalls nicht unabhängig verifizierbar ist die Feststellung, Binance fehle im ESMA-Register zugelassener Dienstleister (Definition CASP: ein nach MiCA zugelassenes Unternehmen, das Kryptowerte verwahrt, tauscht oder eine Handelsplattform betreibt) — die Registerdatei war beim Gegencheck nicht abrufbar [Q73]. Belegt ist dagegen der Binance-Blogbeitrag vom 24.06.2026: Der MiCA-Antrag in Griechenland wurde zurückgezogen, ein Neuantrag ist angekündigt, „Some users may be impacted depending on their country and account status" — Deutschland wird nicht ausdrücklich genannt [Q61].

10.2 BaFin: Warnung ja, PEPE namentlich nein

Die BaFin hat keine Warnung speziell zu PEPE veröffentlicht, wohl aber eine Verbraucherwarnung „Memecoins: Glücksspiel statt Geldanlage": „Geschäfte mit Memecoins sind keine Geldanlagen, sondern reine Spekulation. Außer Spaß am Glücksspiel gibt es in der Regel keinen Grund, Memecoins zu erwerben." Zur MiCA-Transparenz relativiert die Behörde selbst, die Mindestangaben eines Whitepapers reichten nicht aus, um die Entwicklung einzuschätzen, weil allein die Nachfrage den Preis bestimme [Q77]. Das genannte Meldungsdatum 02.10.2025 war auf der abgerufenen Seite nicht ausgewiesen und ist nicht unabhängig verifizierbar. Zwei der Warnsignale treffen bei PEPE wörtlich zu: „wenn Emittenten und/oder Anbieter anonym sind" und „wenn es kein Impressum auf der Website des Emittenten und/oder des Anbieters gibt" [Q77][Q82].

10.3 Kaufwege

Für deutsche Privatanleger ist PEPE bei mehreren MiCA-lizenzierten Anbietern in Euro handelbar — belegt jeweils über die Anbieter-Schnittstelle selbst [Q62][Q63][Q64][Q65][Q67]:

Anbieter Aufsicht / Zulassung Befund (21.07.2026)
Bitvavo B.V. AFM Niederlande, CASP seit 26.06.2025 PEPE-EUR status: trading, Mindestorder 5,00 EUR
Bybit EU GmbH FMA Österreich, CASP seit 28.05.2025 PEPEEUR und PEPEUSDC status: Trading, Mindestorder 1 EUR, kein Margin-Handel
Kraken (Payward Europe Solutions) Central Bank of Ireland; deutsche Kunden seit 01.08.2025 PEPE/EUR status: online, Mindestorder 1.500.000 PEPE
Bitpanda GmbH FMA Österreich; Bitpanda Asset Management mit BaFin-Zulassung PEPE-Kursseite mit Kaufmöglichkeit
BISON (Börse Stuttgart Group) BaFin-CASP-Zulassungen in der Gruppe „PEPE ist eine der handelbaren Kryptowährungen bei BISON"

BISON weist am 21.07.2026 aus (ausdrücklich „powered by Coingecko", also Aggregatordaten): 0,00000255 EUR, Marktkapitalisierung 1.075.771.958 EUR, 24-Stunden-Volumen 157.599.153 EUR, Rang 60, Allzeithoch 0,00002649 EUR am 09.12.2024 und damit 90,3 % darunter [Q67]. Die CoinGecko-Direktabfrage liefert 1.070.982.570 EUR und 149.036.380 EUR [Q53].

Nicht nachweisbar war ein Euro-Handelspaar bei Coinbase („Product PEPE-EUR not supported", während PEPE-USD und PEPE-USDC aktiv sind) [Q66]. Bei Trade Republic ließ sich nicht klären, ob PEPE handelbar ist — der Anbieter veröffentlicht keine Coin-Liste, und in der Sitemap gibt es keinen PEPE-Treffer [Q68]. Wer direkt über Uniswap kauft (Definition DEX: eine dezentrale Börse ist ein Programm auf der Blockchain, das ohne Unternehmen und ohne Ausweisprüfung tauscht — kein Kundenschutz, kein Support, keine Rückabwicklung), sollte die Vertragsadresse prüfen: Wegen der Klonlandschaft ist der Name kein Identifikationsmerkmal.

10.4 Der Weg ins normale Depot — und seine Fallstricke

Der einzige Weg, PEPE in einem gewöhnlichen Wertpapierdepot zu halten, ist das Valour PEPE SEK ETP (ISIN CH1108681615, WKN A4APXR, Basiswährung SEK, Spotlight Stock Market seit 24.09.2025). Die Emittentenangaben nennen 1,9 % Verwaltungsgebühr und 282.970 USD verwaltetes Vermögen zum 09.07.2026; als Bezugswege werden ausschließlich nordische Anbieter genannt (Avanza, Montrose, Nordnet, SAVR) [Q72][Q108]. Diese Produktseite ist werbliche Selbstdarstellung; ob ein deutscher Broker das Papier führt, ist offen (Kapitel 12).

Aussagekräftiger ist das deutschsprachige PRIIPs-Basisinformationsblatt (Definition: ein gesetzlich vorgeschriebenes, höchstens dreiseitiges Pflichtdokument für verpackte Anlageprodukte in der EU; ausdrücklich kein Werbematerial), gültig ab 24.09.2025 [Q109]. Vier Befunde:

Erstens widerspricht es der Produktwerbung: „Bei dem Produkt handelt es sich um eine strukturierte Anlage in Form eines Tracker-Zertifikats, das schwedischem Recht unterliegt" (Definition: eine Schuldverschreibung, die die Wertentwicklung eines Basiswerts 1:1 abbildet — der Anleger erwirbt keine Anteile an einem Sondervermögen, sondern eine Forderung gegen den Emittenten), Ziel sei, „synthetisch die Wertentwicklung des PEPE-Kurses in USD abzubilden", die Absicherung erfolge nachgelagert durch Kauf des Vermögenswerts „im Verhältnis 1:1". Die Produktseite wirbt dagegen mit „fully hedged" und „secure cold storage" [Q108][Q109].

Zweitens die Risikoeinstufung: „auf einer Skala von 1 bis 7 in die Risikoklasse 7", wobei das Währungsrisiko darin nicht enthalten ist; zum Emittentenausfall heißt es: „Es gibt keine Entschädigungs- oder Garantieregelung, die diesen Verlust ganz oder teilweise ausgleichen könnte" [Q109]. Valour Inc. untersteht der Cayman Islands Monetary Authority, der EU-Basisprospekt wurde von der schwedischen Finansinspektionen genehmigt.

Drittens sind die Performance-Szenarien untauglich: Stress −32,85 %, pessimistisch −15,23 %, mittel +1,58 %, optimistisch +26,13 % — mit der Fußnote, das ungünstige Szenario sei „für eine Investition zwischen 05.2020 und 04.2021" aufgetreten [Q109]. PEPE existierte damals noch nicht; −15,23 % steht in keinem Verhältnis zu 97,2 % Volatilität und −89,7 % vom Allzeithoch [Q56].

Viertens die Preisfeststellung: Bezugsquellen sind „vier der liquidesten Börsen …; die verwendeten Börsen können je nach ihrem Handelsvolumen variieren" [Q109]. Bei einem Token, dessen zweitgrößter gemeldeter Handelsplatz eine wenig bekannte Plattform ist, kann aufgeblähtes Volumen unmittelbar in die Bewertung durchschlagen. Die Gesamtkosten beziffert das Dokument auf 1,94 % im ersten Jahr; laut Basisprospekt kann die Verwaltungsgebühr auf bis zu 2,5 % steigen [Q109].

10.5 Steuern

Beim Direktkauf gilt das BMF-Schreiben vom 06.03.2025 (Definition: eine Verwaltungsanweisung des Bundesfinanzministeriums, die vorgibt, wie Finanzämter ein Steuerthema behandeln). Randnummer 53: „Kryptowerte sind ‚andere Wirtschaftsgüter' im Sinne des § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EStG (BFH-Urteil vom 14. Februar 2023, IX R 3/22)." Praktisch heißt das [Q78]:

PEPE-spezifische Sonderfragen entfallen, weil es kein Staking, kein Lending und keine Governance-Erträge gibt [Q4][Q78]. Neu ab dem Kalenderjahr 2026 greift das Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz (KStTG vom 22.12.2025, BGBl. 2025 I Nr. 352), das die EU-Richtlinie DAC8 umsetzt; § 21: „Die Pflichten nach den Abschnitten 2 bis 5 sind erstmals für das Kalenderjahr 2026 zu erfüllen." Anbieter melden je Nutzer und Kryptowert unter anderem Bezeichnung, aggregierte Bruttobeträge, Stückzahlen und Transaktionszahlen an das Bundeszentralamt für Steuern [Q79]. PEPE-Käufe und -Verkäufe deutscher Nutzer werden also automatisch gemeldet.

Für das ETP gilt diese Systematik gerade nicht — ein Zertifikat ist rechtlich eine Schuldverschreibung, kein „anderes Wirtschaftsgut". Wie die Erträge konkret zu behandeln sind, ließ sich nicht aus einer Primärquelle belegen; wir treffen dazu bewusst keine Aussage (Kapitel 12). Ausdrücklich nicht abgedeckt: Weder Einlagensicherung noch Anlegerentschädigung greifen bei Kryptowerten, und ein 14-tägiges Widerrufsrecht gibt es nicht [Q109].

11. Einordnung: Stärken-Schwächen-Bilanz

Was für PEPE spricht. Der Ethereum-Vertrag ist technisch sauber und dauerhaft eingefroren: eigentümerlos, nicht nachprägbar, steuerfrei, kein Proxy, kein Pausenknopf — von zwei unabhängigen Prüfquellen bestätigt [Q22][Q35][Q94]. Die Startverteilung ist auf die Nachkommastelle nachvollziehbar und deckt sich mit dem, was das Projekt behauptet hat [Q6][Q24]. Es gibt keinen Vesting-Überhang, weil alles am Tag 1 verteilt wurde [Q51]. Die Startliquidität ist wirtschaftlich unerreichbar gesperrt [Q10][Q22]. Der Token ist über nahezu alle großen Handelsplätze zugänglich, in der Uniswap-Oberfläche kuratiert, hat rund 569.400 Halteradressen und trägt seit 2025 ein reguliertes europäisches Börsenprodukt [Q1][Q72][Q95]. Im Sektorvergleich ist der Kursverfall der mildeste unter sieben geprüften Memecoins [Q51]. Und kein Projekt kommuniziert seine eigene Nutzlosigkeit so unmissverständlich — das ist, bei aller Ironie, ehrlicher als die meisten Whitepaper.

Was dagegen spricht. Keine Einnahmen, kein Produkt, keine Entwicklung, kein Verantwortlicher, kein Rechtsweg — die Bewertung von 1,2 Mrd. USD ruht ausschließlich darauf, dass jemand später mehr zahlen möchte [Q4][Q44][Q82][Q96]. Die belastbare Liquidität beträgt knapp 2 % der Bewertung, und 99,6 % des gemeldeten Handels finden dort statt, wo weder Eigentumsverzicht noch Liquiditätssperre schützen [Q42][Q45]. Die Governance-Geschichte ist belastet: eine geleerte Projektkasse, eine binnen Minuten von fünf auf zwei gesenkte Unterschriftenschwelle, eine klammheimlich gelöschte Roadmap, zwei heute noch gefüllte Kassen ohne veröffentlichte Verwendungsregel [Q7][Q28][Q31][Q32][Q83]. Der „Fair Launch" ist bestritten und wurde nie verteidigt [Q87]. Die gebrückten Versionen stehen unter Kontrolle desselben Schlüsselkreises, der 2023 die Kasse leerte [Q30][Q33]. Die Aufmerksamkeit — die einzige Nachfragequelle — fällt 2026 auf ein Allzeittief und ist im deutschsprachigen Raum faktisch nicht vorhanden [Q105][Q106]. Der volumengewichtete Markt liegt 75,1 % im Minus [Q56]. Und über allem steht ein nirgends bilanziertes Rechts- und Reputationsrisiko: ein fremdes, geschütztes Motiv, ein klagefreudiger Urheber, eine ADL-Einstufung, ein fremdbelegter Markenname [Q97][Q98][Q99][Q102].

Unser Fazit. PEPE ist kein Betrugsfall und kein Rug Pull — der Vertrag hält, was die Website verspricht, und das ist mehr, als man bei vielen Projekten mit deutlich größeren Versprechen sagen kann. Er ist aber auch kein Investment im üblichen Wortsinn, weil es nichts gibt, worin man investieren könnte: keinen Zahlungsstrom, keine Funktion, keine Organisation, keinen Ansprechpartner. Wer PEPE kauft, kauft eine Wette auf die künftige Aufmerksamkeit für einen Internet-Frosch, dessen Bildrechte jemand anderem gehören — abgewickelt über Handelsplätze, deren gemeldete Umsätze sich zu 99,6 % der Nachprüfung entziehen. Die BaFin nennt das „Glücksspiel statt Geldanlage" [Q77]. Nach allem, was wir geprüft haben, ist diese Formulierung nicht polemisch, sondern präzise.

12. Was wir gerne gewusst hätten — und trotz intensiver Suche nicht gefunden haben

Dieses Kapitel ist kein Anhang, sondern Teil des Befunds. Wo eine Recherche endet, sagt oft mehr über ein Projekt aus als das, was sie findet. Wir listen deshalb offen auf, wonach wir gesucht haben, warum es relevant gewesen wäre und wo wir gesucht haben.

12.1 Governance und Personen

Klarnamen der Gründer und der ursprünglichen Mitunterzeichner. Ohne bekannte Personen gibt es keinen Leistungsnachweis und keine Möglichkeit zu prüfen, ob dieselben Leute vorher schon Projekte hochgezogen und fallengelassen haben. Gesucht auf allen Unterseiten von pepe.vip (/about und /tokenomics liefern HTTP 404), im X-Post vom 26.08.2023, bei CoinGecko, CoinDesk, The Block, Cryptopolitan, Wikipedia (kein Artikel zum Token) und über die GitHub-Such-API; mehrere Suchmaschinen lieferten CAPTCHA oder HTTP 403.

Identität der acht Mitunterzeichner beider Safes. Über diese Schlüssel liefen 6,357 % der Menge; seit August 2023 genügen zwei, und auf BNB Chain könnten fünf von acht neue PEPE prägen. Ob dahinter das Team, ein Brückenbetreiber oder eine Börse steht, entscheidet über die Risikoeinordnung. getOwners() liefert nur Adressen, die Explorer nur „GnosisSafeProxy" beziehungsweise „Smart Account by Safe", pepe.vip keine Governance-Seite. Einziges Indiz: Der BSC-Deployer wurde laut BscScan von „KuCoin 28" finanziert.

Namen der drei beschuldigten Ex-Signer und rechtliche Folgen. Ein Vorgang über 15 bis 16 Mio. USD, bei dem nie jemand benannt, angezeigt oder belangt wurde, ist ein Befund für sich; zudem bliebe sonst offen, ob es Diebstahl oder ein interner Streit über die Mittelverwendung war. Gesucht bei CourtListener (Volltextsuche funktionierte, keine PEPE-Verfahren; Detail-Endpunkte verlangen Authentifizierung), in EDGAR und in den Fachmedienberichten, die ausdrücklich keine Namen nennen.

Die vollständige Safe-Konfigurationshistorie. Den Threshold-Wechsel von 5 auf 2 und das Fehlen von Owner-Änderungen konnten wir belegen; die lückenlose Historie seit Erstellung erfordert einen Archiv-Knoten mit Ereignis-Dekodierung — der freie Zugang lehnte Archivanfragen ab.

Eine offizielle Bestätigung, welche Wallets projektnah sind. Ohne bestätigte Adresse bleibt jede Aussage über Team-Bestände eine Kettenrekonstruktion; ob das 3-von-4-Safe mit 2,12 Bio. PEPE wirklich dem Projekt gehört, entscheidet über den noch ausstehenden Verkaufsdruck. pepe.vip nennt nur die Vertragsadresse, die Explorer vergeben keine Projekt-Labels.

Die Auflösung des 25-Prozent-Widerspruchs. Das SEC-Dokument spricht von rund 6,7 Bio. PEPE Restbestand, on-chain auffindbar sind 2,12 Bio. Entweder verteilen sich die Mittel über weitere Wallets, oder die Prospektangabe ist ungenau. Die Etherscan-Label- und Holder-Seiten lieferten HTTP 403; ein Zugang zu Arkham oder Nansen bestand nicht.

Wofür die 2,29 Bio. PEPE aus der ersten Team-Wallet verwendet wurden. Die 6,9 % waren mit „CEX-Listings, Bridges, Liquidität" begründet; ohne Abrechnung bleibt offen, ob damit Listings bezahlt oder früh Teile der Reserve verkauft wurden. Die Kette zeigt sechs unbeschriftete Empfänger, pepe.vip keine Transparenzberichte.

Wer heute @pepecoineth kontrolliert. Der verbliebene Signer stellte sich 2023 als Treuhänder dar; ob dieselbe Person noch verfügt, ist für jede Aussage über „das Team heute" entscheidend. Über die fxtwitter-Schnittstelle war nur der Post von 2023 abrufbar, x.com liefert nicht angemeldeten Clients keinen Inhalt, ein Reader-Proxy meldete eine Sperre.

Ob die Sperrlisten-Funktion im Startfenster mehrfach benutzt wurde. Wären weitere Adressen gesperrt worden, wäre der „Fair Launch" faktisch gelenkt gewesen. blacklist() löst konstruktionsbedingt kein Ereignis aus; ein Beleg erfordert das Durchsuchen aller Eingabedaten des Deployers zwischen Block 17.046.105 und 17.047.934 und damit einen Transaktions-Index mit API-Schlüssel.

Wer die 100.353.557 per burn() vernichteten PEPE vernichtet hat. Eine öffentlich aufrufbare Funktion, die praktisch niemand nutzt — ihre Nutzer wären ein Hinweis auf Verhaltensmuster jenseits des Handels. Auch hier fehlt das Ereignis, messbar ist nur der Differenzbetrag.

12.2 Vorwürfe und Vorfälle

Die Originaluntersuchung von Bubblemaps. Nur die Rohdaten — welche Wallets, welche Blöcke, welche Verkaufsadressen — zeigen, ob die 30-Prozent-Behauptung robust ist oder ob Börsen- und Bot-Wallets fälschlich einer Entität zugerechnet wurden. Es ist die schwerste Integritätsfrage am Fair-Launch-Narrativ. Auf bubblemaps.io/blog steht nur eine Fallstudie zu einem anderen Token, der Cointelegraph-Bericht referiert nur, und im SEC-Prospekt kommt „Bubblemaps" null Mal vor — der Emittent greift den Vorwurf nicht auf. Eine eigene Cluster-Analyse scheiterte an denselben Datenzugängen wie die Halter-Ökonomie.

Die Originalveröffentlichung von Blockaid zum Website-Hack. Ohne Dauer, Schadenshöhe, Opferzahl, Angriffsvektor und Behebung bleibt unklar, ob es ein kurzer Zwischenfall oder ein tagelanger Abfluss war und ob die Ursache beseitigt ist. Der Cointelegraph-Bericht nennt keine Zahlen, pepe.vip keine Sicherheitsmeldung.

Der vollständige CertiK-Report im Wortlaut. Der Major-Befund „Centralization" ist nur als Schlagwort sichtbar; der Text würde zeigen, ob die Blacklist, die setRule-Grenzen oder die Multisig-Zuteilung gemeint war — und wie „resolved" bei einem unveränderlichen Vertrag begründet wurde. Skynet zeigt nur einen „View PDF"-Verweis ohne abrufbare Datei, certik.com leitet dorthin um, Etherscan meldet „No contract security audit submitted".

Belegbare Aktenzeichen einer Klage von Matt Furie gegen den Token. Ein laufendes Urheberrechtsverfahren gegen einen Token, dessen ganzer Wert am Bild eines fremden Comic-Frosches hängt, wäre ein erhebliches Risiko. Gefunden haben wir nur Verfahren ohne Bezug zu diesem Token; eine über Binance Square kursierende Behauptung einer Klage von Juni 2023 stammt aus nutzergeneriertem Inhalt und ließ sich nicht verifizieren.

Vergleichstexte und Zahlungshöhen aus den Furie-Verfahren. Die vielzitierten 15.000 USD im Infowars-Vergleich stützen sich auf Wikipedia; ein Beleg aus der Akte würde zeigen, in welcher Größenordnung Furie sein Urheberrecht monetarisiert und wie ernst ein Vorgehen gegen kommerzielle Token-Produkte wäre. Der CourtListener-Suchindex liefert die Stammdaten, die Detail-Endpunkte HTTP 401, die Docketseite HTTP 403; im RECAP-Archiv fanden sich nur die Dokumente zu Thayer v. Furie.

12.3 Markt, Volumen, Daten

Rohdaten auf Einzelgeschäftsebene der verdachtsbelasteten Handelsplätze. Das ist die zentrale offene Frage des Dossiers: Nur mit Trade-Level-Daten von BVOX/BitVenus, BTCC, Toobit, FameEX, GroveX oder OrangeX ließen sich die publizierten Prüfverfahren anwenden und die Auffälligkeit in einen Befund überführen. BVOX meldet fast so viel Tagesvolumen wie Binance und fließt potenziell in die Referenzpreisbildung des einzigen für deutsche Anleger zugänglichen ETP ein. Vier API-Pfade bei BVOX lieferten HTTP 404, api.btcc.com antwortete nicht, und der CoinGecko-Börsenstammsatz zu BVOX enthält ausschließlich Nullwerte — kein Gründungsjahr, kein Sitzland, keine URL, kein Trust Score. Toobit und OrangeX antworten, veröffentlichen aber keine dokumentierten Trade-Endpunkte. Ergänzend fehlt jede publizierte Wash-Trading-Analyse mit Bezug auf diese Börsen; gefunden wurden nur allgemeine Branchenberichte.

Die CoinGecko-Trust-Scores je Handelspaar. Das einzige breit verfügbare, standardisierte Qualitätssignal fehlt: Seite 1 und 2 der Tickers-API liefern durchgehend null, die HTML-Marktübersicht keine Ampel. Ohne es lässt sich nicht sortieren, welche der über 109 Handelspaare als glaubwürdig gelten.

Die Aufschlüsselung des Open Interest nach Börsen, Funding-Raten und Long/Short-Verhältnis. Bei 181 Mio. USD Hebelpositionen entscheidet die Verteilung über Liquidationskaskaden. Auf der Coinglass-Seite waren diese Felder leer, die Börsen-Detailtabelle nicht auslesbar.

Freie On-Chain-Kennzahlen zur Halter-Ökonomie. Anteil der Halter im Gewinn und Verlust, On-Chain-Kostenbasis, MVRV, Realized Cap, HODL Waves, Halter nach Größenklasse und Haltedauer — das wäre die konkreteste Warnung für Privatanleger gewesen und hätte gezeigt, ob es nach dem Unterschreiten der Milliardenmarke eine Kapitulationswelle gab. IntoTheBlock ist auf „Sentora" migriert und liefert nur eine JavaScript-Hülle (API HTTP 403), Dune verlangt einen Schlüssel (HTTP 401), Blockchair sperrte wegen Kontingentüberschreitung (HTTP 430), DefiLlama hat keinen Protokolleintrag. Ersatzweise haben wir eine volumengewichtete Kostenbasis aus den Binance-Tagesdaten abgeleitet — sie liefert die Größenordnung, aber keine Halteranzahl.

Eine Zeitreihe von Transfers und aktiven Adressen seit April 2023. Die Frage „Was trägt die Bewertung?" wäre am ehesten über die Entwicklung echter Nutzeraktivität zu beantworten; wir haben nur einen Ist-Wert und die Lebenssumme und daraus einen groben Durchschnitt. Blockscout liefert nur kumulative Zähler, Etherscan nur den 24-Stunden-Wert, und die Chart-Endpunkte erfordern Schlüssel beziehungsweise ein Dune-Konto.

DEX-Liquidität der Pools auf BNB Chain, Arbitrum und Avalanche. Für die Frage, ob die gebrückten Versionen handelbar sind, wäre die dortige Pool-Tiefe entscheidend; die On-Chain-Marktkapitalisierungen von 1,29 Mio., 0,41 Mio. und 0,05 Mio. USD legen extrem dünne Märkte nahe. Die Abfragen wurden aus Budgetgründen nicht durchgeführt.

Eine belegbare Ursache für das lokale Kurshoch im Mai 2026. Es ist die letzte nennenswerte Aufwärtsbewegung; ob sie vom ETF-Antrag, allgemeiner Marktbewegung oder einer koordinierten Aktion getragen war, bestimmt die Belastbarkeit eines erneuten Anstiegs. In den Binance-Tagesdaten ist an beiden in Frage kommenden Tagen kein Volumenausreißer erkennbar, die Nachrichtensuche lieferte nur Prognose- und Whale-Artikel.

Der Volltext der Binance-Listing-Ankündigung vom 05.05.2023. Wortlaut zu Handelspaaren, Gebührenaktion und Innovation-Zone-Bedingungen wäre die Primärquelle für die wirkungsvollste Hype-Welle; der Direktabruf lieferte nur Navigations- und Fußzeilengerüst.

Der Anlass des Aufmerksamkeitsausschlags im September 2025. Die englische Wikipedia verzeichnete 211.354 statt 47.930 Aufrufe, mit einer Tagesspitze von 56.016 am 13.09.2025 — bei fallendem Kurs. Ein Vervierfachen der Aufmerksamkeit ohne Kurswirkung wäre der sauberste Beleg für die Entkopplung von Meme-Bekanntheit und Token-Nachfrage, je nach Anlass zugleich ein Reputationsereignis. Die Pageviews-Schnittstelle liefert Tageswerte, aber keine Ursache; das Suchkontingent war erschöpft, die Versionsgeschichte des Artikels wurde nicht ausgewertet. Eine Zuordnung ohne Beleg unterbleibt bewusst.

Zeitreihen zu Suchinteresse und Social-Media-Erwähnungen. Google Trends und Social-Analytics-Dienste waren nicht abrufbar; CoinGecko meldet 94.142 Telegram-Mitglieder, für Reddit den offensichtlich fehlerhaften Wert 0 und für Facebook nichts. Bei einem Coin, dessen gesamte Bewertung auf Aufmerksamkeit ruht, ist ausgerechnet deren Messung nur behelfsweise verfügbar — daher der Rückgriff auf Wikipedia-Pageviews als Proxy.

12.4 Technik, Brücken, Ökosystem

Wer die Brückenverträge betreibt und über welche Brücke. Gebrückte Abbilder tragen ein zusätzliches Risiko (Brücken-Hack, ungedeckte Prägung); bei einem Token ohne Herausgeber ist offen, wer sie kontrolliert und ob sie gedeckt sind. pepe.vip nennt nur die Ethereum-Adresse, der Menüpunkt BRIDGE führt ins Leere, die Explorer vergeben für die drei Eigentümer keine Labels, CoinGecko führt die Verträge ohne Herausgeber-Angabe. Ein Lock- oder Escrow-Nachweis für die 594,56 Mrd. PEPE auf den Fremdketten fehlt damit ebenfalls — bei 0,141 % der Menge klein, für jede Mengenrechnung aber prinzipiell relevant.

Ob bei den LayerZero-Brücken je eine Gebühr größer null gesetzt wurde. Das Projekt wirbt mit „No Taxes"; auf den Brücken-Ketten existiert die Möglichkeit sehr wohl, und ob sie genutzt wird, ist der Unterschied zwischen korrektem und irreführendem Werbeversprechen. Der Quellcode belegt setDefaultFeeBp, setFeeBp und setFeeOwner; die Zustandswerte und der eingetragene Gebührenempfänger wurden nicht abgefragt.

Der Inhalt der früheren Brücken-Seite bridge.pepe.vip. Dort stand vermutlich, welche Brückentechnik als offiziell galt und welche Adressen empfohlen wurden — wichtig zur Unterscheidung echter von nachgebauten Versionen. Der Dienst antwortet nicht mehr; die Archivaufnahme vom 18.09.2025 war in dieser Sitzung nicht abrufbar.

Ob „Pepe Times", „Pepe Palace", „Pepe Academy", „Pepe Tools" oder ein Merch-Shop je existiert haben. Es sind die einzigen konkret zugesagten Produkte; der Unterschied zwischen „nie gebaut" und „gebaut und eingestellt" ist für die Liefertreue erheblich. Sieben Subdomains haben keinen DNS-Eintrag, die Archivstände 2023 bis 2026 erwähnen sie nach dem 02.09.2023 nicht mehr.

Eine vom Partner selbst bestätigte Kooperation. Die Roadmap von 2023 versprach „Community Partnerships"; eine echte, bestätigte Zusammenarbeit wäre der einzige Nutzenbeleg jenseits reiner Spekulation. pepe.vip nennt ausschließlich Handelsplätze, der SEC-Prospekt keine Partner und stellt fest, es sei keinerlei Utility angekündigt worden.

Bestätigung der Aufnahme in den GMCI Meme Index. CoinGecko führt entsprechende Kategorien — eine Index-Mitgliedschaft wäre ein realer institutioneller Anknüpfungspunkt, aber nur, wenn sie beim Indexanbieter dokumentiert ist. gmci.io/indices/gmme leitet um, gmci.co/indices/gmme liefert HTTP 404.

Ob der auf Solana als „PEPE" gehandelte Mint eine offizielle Brücke oder ein Klon ist. Dort steckt Liquidität im Millionenbereich unter demselben Ticker; wer dort im Glauben kauft, den Ethereum-PEPE zu erwerben, hält im Zweifel etwas völlig anderes. CoinGecko führt für PEPE nur vier Plattformen ohne Solana, pepe.vip nennt keine Solana-Version.

Der Zeitpunkt, zu dem pepecexwallet.eth seine Bedeutung verlor. Die Website warb 2023 damit, die Projektkasse sei über diesen Namen „leicht nachverfolgbar"; heute zeigt er auf eine Wallet mit 0 PEPE, während die Mittel über zwei Zwischenstationen anderswo liegen. Das Transparenzversprechen ist damit entwertet — ob absichtlich oder aus Nachlässigkeit, bleibt offen, weil die ENS-Änderungshistorie nicht abrufbar war.

Eine Integration von PEPE als produktive DeFi-Sicherheit. Eine Verwendung in Kreditprotokollen, Derivaten oder Zahlungen wäre der einzige denkbare technische Nutzen jenseits des Handels; der Vertrag bietet keine Schnittstelle über ERC-20 hinaus, und in den DefiLlama-Pools taucht PEPE in keinem Lending- oder Staking-Protokoll auf.

Ein Crunchbase- oder vergleichbarer Firmeneintrag. Ein Negativbefund aus einer Firmendatenbank wäre der sauberste Beleg dafür, dass es weder Finanzierungsrunden noch eine Betreibergesellschaft gibt; derzeit stützt sich diese Aussage darauf, dass nirgends etwas auffindbar ist. Crunchbase lieferte HTTP 403.

12.5 Deutschland und Regulierung

Das BaFin-notifizierte Whitepaper der Crypto Risk Metrics GmbH im Volltext. Es wäre das für Deutschland maßgebliche MiCA-Dokument mit DTI-Kennung und damit eindeutiger Token-Identifikation. Es steht seit dem 02.07.2026 im Register, ist aber gesperrt — nicht einmal das Freigabedatum ist öffentlich; das Kommentarfeld des Registereintrags ist leer, während es bei einem anderen Token derselben Firma ein Datum enthält.

Ein vom Projekt selbst erstelltes MiCA-Whitepaper. Diese Informationsquelle existiert prinzipiell nicht; jedes vorhandene Dokument ist eine Fremdbeschreibung, für die der Anbieter haftet, nicht der Token-Urheber. Ohne Selbstbindung ist auch keine Abweichung von einem Versprechen feststellbar. Geprüft wurden alle 962 Registereinträge und pepe.vip. Ebenso fehlt eine deutschsprachige Fassung — Privatanleger ohne Englischkenntnisse haben hierzulande keinen Zugang zu den MiCA-Pflichtangaben, obwohl Deutschland als Aufnahmemitgliedstaat genannt ist (Definition: ein EU-/EWR-Land, in dem ein Kryptowert auf Basis der Zulassung aus einem anderen Land angeboten werden darf).

Eine unabhängige Prüfung der Qualität des LCX-Whitepapers. Die Recherche dokumentiert Textbaustein-Fehler (Verweise auf Avalanche und Solana in einem Ethereum-Dokument) und das Fehlen der Vertragsadresse. Ob eine Behörde das je beanstandet hat, ist nicht auffindbar — konsistent mit der ESMA-Aussage, dass Whitepaper nicht geprüft werden. Da wir den Volltext nicht extrahieren konnten, sind diese Mängel für uns nicht unabhängig verifizierbar.

Eine BaFin-Warnung oder Maßnahme, die PEPE namentlich betrifft. Die BaFin warnt generisch vor Memecoins, aber keine deutsche Behörde hat sich zu diesem konkret über regulierte deutsche Apps verkauften Token geäußert. Für Anleger entsteht so der Eindruck behördlicher Unbedenklichkeit, obwohl schlicht keine Einzelfallprüfung stattfindet.

Ein Fall, in dem eine regulierte EU-Plattform PEPE delistet hat. Die bekannten MiCA-Delistings betrafen Stablecoins. Ob Memecoins je Handelsbeschränkungen für EU-Kunden erfahren haben, wäre ein wichtiger Risikoindikator — wir fanden keinen einzigen Fall.

Eine offizielle Liste der bei Trade Republic handelbaren Kryptowerte. Ohne sie kann niemand vor Kontoeröffnung prüfen, ob PEPE dort handelbar ist; die Information existiert nur in der App hinter dem Login. Ein Drittanbieter-Verzeichnis listet rund 53 Coins ohne PEPE, nennt aber kein Aktualisierungsdatum. Ebenso wenig belegbar war, ob Coinbase deutschen Privatkunden PEPE anbietet: MiCA-Nachhaltigkeitsangaben legen ein EU-Angebot nahe, ein Euro-Handelspaar existiert jedoch nicht, und die Angaben sind ein Jahr alt.

Ein deutscher Verwahrer, der PEPE ausdrücklich als unterstützt ausweist. Wer selbst verwahren will, muss auf allgemeine ERC-20-Unterstützung vertrauen; eine namentliche Zusage eines BaFin-beaufsichtigten Verwahrers wurde nicht gefunden.

Die steuerliche Behandlung des Brückens. Ob der Kettenwechsel eine Veräußerung nach § 23 EStG auslöst und die Jahresfrist neu startet oder eine bloße Umschichtung desselben Wirtschaftsguts ist, entscheidet über die Steuerlast. Das BMF-Schreiben wurde im Volltext nach „Bridge", „wrapp" und „Chain" durchsucht — keine einschlägige Passage; behandelt werden nur Hard Forks, Airdrops und Tauschvorgänge.

Die steuerliche Behandlung von Krypto-ETPs. Der praktisch wichtigste Unterschied zwischen Direktkauf und Wrapper hängt von der konkreten Ausgestaltung ab, und das KID beschreibt das Produkt ausdrücklich als synthetisch abbildendes Tracker-Zertifikat. Das KID selbst verweist nur auf die persönliche Steuersituation; weder Verfügung noch Rechtsprechung zur Einordnung von Krypto-ETNs war abrufbar — wir treffen deshalb bewusst keine Aussage.

Ob das Valour-ETP an einem deutschen Handelsplatz handelbar ist. Die WKN A4APXR legt es nahe, die genannten Bezugswege sind aber ausschließlich nordisch. Die Frankfurter Instrumentensuche lieferte eine Fehlerseite, die Spotlight-Abfrage HTTP 404. Ein ungeklärter Widerspruch in derselben Quelle: Die Valour-Produktübersicht listet das PEPE-Produkt nicht auf, obwohl die Einzelproduktseite existiert. Basisprospekt, Endgültige Bedingungen und die AUM-Angabe von 282.970 USD sind unbestätigte Emittentenangaben; ob 21Shares, Bitwise oder VanEck ein PEPE-ETP führen, wurde nicht geprüft.

Ob ein 19b-4-Regeländerungsantrag einer US-Börse vorliegt. Ohne Antrag einer Börse auf Handelszulassung kann ein Spot-ETF nicht starten, egal wie weit das S-1 gediehen ist. Solche Anträge liegen außerhalb von EDGAR und waren ohne Suchfunktion nicht auffindbar.

12.6 Markenrecht und Literatur

Der Waren- und Dienstleistungswortlaut der EUIPO-Marke 005403191 in Nizza-Klasse 9. Davon hängt ab, ob die Kollision mit Pepe Jeans für ein digitales Finanzprodukt namens „PEPE" einschlägig ist oder nur formal in derselben Klasse liegt — für einen EU-Vertrieb eines PEPE-ETP wäre das entscheidend. Der TMview-Detailabruf brach ab, der USPTO-Suchdienst antwortete mit HTTP 405, trademarks.justia.com mit HTTP 403; eSearch und DPMAregister sind JavaScript-Anwendungen ohne serverseitig gerenderte Treffer. Ebenso wenig war eine Inhabersuche nach „Furie" möglich: Wir haben nicht alle 9.522 Treffer gesichtet, die Aussage gilt nur für die geprüften Listen.

Angaben zur Dokumentation „Feels Good Man" (2020). Der Film ist die am breitesten rezipierte Darstellung des Konflikts zwischen Schöpfer und Aneignung und wäre der naheliegende Beleg dafür, dass die Marke „Pepe" dauerhaft umstritten ist. Der Wikipedia-Artikel erwähnt ihn, nennt im abgerufenen Auszug aber weder Regie noch Datum noch Auszeichnungen.

Ein Peer-Abgleich der MiCA-Whitepaper. Für SHIB ist dieselbe Hamburger Firma als Notifizierende belegt; ein Durchgang über alle Vergleichs-Memecoins hätte gezeigt, ob diese Konstruktion im Sektor Regel oder Ausnahme ist. Die ESMA-Registeranwendung verweigerte den Export wegen Datenmenge, drei Direktpfade lieferten HTTP 404.

12.7 Was diese Lücken methodisch verbindet

Ein erheblicher Teil der Sackgassen ist keine Quellen-, sondern eine Werkzeugfrage: Blacklist-Aufrufe im Startfenster, Safe-Konfigurationshistorie, Herkunft des Deployer-Kapitals und fehlende Adress-Labels ließen sich mit einem kostenlosen Etherscan-API-Schlüssel und einem Archiv-Knoten in einem Durchgang klären, die Halter-Ökonomie mit einem Dune-Zugang. Das ist keine Entschuldigung, sondern eine Einordnung: Diese Fragen sind beantwortbar, sie waren es in dieser Recherche nur nicht.

Grundsätzlich unbeantwortbar bleiben dagegen drei Punkte — und sie sind die wichtigsten. Erstens: Wer hinter PEPE steht, ist nicht ermittelbar, weil niemand es je offengelegt hat. Zweitens: Wie viel des gemeldeten Handelsvolumens echt ist, lässt sich prinzipiell nicht klären, solange zentrale Börsen keine prüfbaren Trade-Level-Daten veröffentlichen. Drittens: Was den Token trägt, entzieht sich der Messung, weil Aufmerksamkeit kein Bilanzposten ist. Wer PEPE bewertet, bewertet notwendigerweise etwas, das er nicht sehen kann.

13. Quellenverzeichnis

Block-Explorer und On-Chain-Primärquellen

Marktdaten-Aggregatoren

Börsen und Handelsplätze

Behörden, Register, Rechtstexte

Projekt, Archiv, Medien

Kultur, Recht, Wissenschaft, Aufmerksamkeit

Produkte und werbliche Quellen (ausdrücklich als solche gekennzeichnet)


Dieses Dossier ist journalistische Recherche und keine Anlageberatung, keine Kaufempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Kryptowerten. Recherchestand: 21. Juli 2026; alle Kurse, Mengen und Registerangaben können sich jederzeit ändern. Kryptowerte unterliegen einem Totalverlustrisiko — bei einem Token ohne Emittenten, ohne Einlagensicherung und ohne Anlegerentschädigung gibt es im Verlustfall niemanden, gegenüber dem Ansprüche bestünden.